{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheitsakademie","provider_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/author\/dr-kai-kreling\/","title":"\u00c4ltere Pferde gesund erhalten","html":"Alte Pferde haben in der heutigen Pferdepraxis einen stetig steigenden Anteil. Fr\u00fcher wurde das Pferd als Arbeitstier genutzt und dann als altes Pferd \u201everbraucht\u201c geschlachtet. Die Nutzung des Pferdes hat sich in den letzten 30 Jahren vollst\u00e4ndig ver\u00e4ndert.\r\n<h2><strong>Freizeit- und Sportzwecke<\/strong> stehen im Vordergrund.<\/h2>\r\nDas <strong>Pferd als Partner<\/strong> - statt als Nutzobjekt - hat heute einen komplett anderen Stellenwert. Pferde werden nicht zeitig \u201eentsorgt\u201c, sondern werden auch wenn nur eingeschr\u00e4nkt bis deutlich \u00fcber 20 Jahre gehalten. <strong>Der Anteil der \u00fcber 15 j\u00e4hrigen Pferde hat sich nach eigenen Erfahrungen und Statistiken in den letzten Jahren von rund 12 % auf heute 27% gesteigert.<\/strong> Ponys werden noch deutlich \u00e4lter und der <strong>Anteil der Ponys in der Gruppe der 15 Jahre und \u00e4lteren ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00df<\/strong>. Diese Statistik deckt sich mit den Zahlen anderer Pferdekliniken mit ambulantem Anteil und einem gemischten Klientel von Freizeit- und Sportreitern.\r\n<h2><strong>Die alten Pferde sind nicht nur zahlenm\u00e4\u00dfig eine gro\u00dfe Gruppe, sondern ben\u00f6tigen auch eine h\u00f6here medizinische Betreuung.<\/strong><\/h2>\r\nDiese Betreuung beinhaltet nicht nur Notfallmedizin sondern auch im hohen Masse <strong>prophylaktische Gesunderhaltungsma\u00dfnahmen<\/strong>. Dazu kommt, dass der Besitzer eines alten Pferdes erfahrungsgem\u00e4\u00df zunehmend aufgeschlossener f\u00fcr Prophylaxema\u00dfnahmen ist, als der aktive Reiter eines j\u00fcngeren Pferdes. Unter dem Strich ist das Arbeitsfeld f\u00fcr den Pferdetierarzt im Bereich des alten Pferdes eine durchaus umfassende medizinische Versorgung.\r\n<h2><strong>Das Pferd ist ein Lauftier \u2013 in Bewegung zu bleiben h\u00e4lt das Pferd jung!<\/strong><\/h2>\r\nJe \u00e4lter ein Pferd ist, desto langsamer laufen Stoffwechselprozesse ab und die Rekonvaleszenz vor allem bei Erkrankungen der Gliedma\u00dfen ist deutlich verl\u00e4ngert. Der gr\u00f6\u00dfere Anteil der orthop\u00e4dischen Pferdepatienten im Alter ist degenerativer Art.\r\n<h3><strong>Arthrosen, chronische Band- und Sehnenl\u00e4sionen, Hufrehe und Knochendegenerationen finden wir bei fast jedem Pferd \u00fcber 15 Jahre. <\/strong><\/h3>\r\nDas hei\u00dft nicht, dass diese Pferde nicht mehr zu arbeiten w\u00e4ren. Wichtig dabei ist, das \u201eganze Pferd\u201c in die Reha-Ma\u00dfnahme einzubeziehen. Unterschiedliche Erkrankungen und vor allem das Aufaddieren mehrerer Befunde erfordert ein gutes diagnostisches Vorgehen und das Fingerspitzengef\u00fchl, wie \u2013 wann und wie viel Arbeit zur optimalen Regeneration oder auch nur zur Erhaltung des Gesundheitsstatus n\u00f6tig sind.\r\n<h2><strong>Welche Erkrankungen kommen beim alten Pferd vor?<\/strong><\/h2>\r\n<h2><strong>Gelenksdegenerationen - Arthrose<\/strong><\/h2>\r\nPferde werden im Laufe ihres Lebens reiterlich genutzt. Zuviel Bewegung ist selten ein Problem, aber die Art und Weise der Bewegung kann deutlich verschlei\u00dfend sein.\r\n\r\nSo finden wir sportspezifische orthop\u00e4dische Erkrankungen bei den unterschiedlichen Disziplinen im Pferdesport. Die Gelenksbeweglichkeit wird allerdings in jeder Sportart gefordert. Vor allem an den Zehenendgelenken kommt es zu deutlichen arthrotischen Auspr\u00e4gungen.\r\n\r\n<strong>Huf-, Kron- und Fesselgelenksarthrosen<\/strong> finden wir vor allem an den Vordergliedma\u00dfen. An den Hintergliedma\u00dfen findet man h\u00e4ufig <strong>Gelenksdegenerationen<\/strong> an den Sprunggelenken.\r\n\r\nGrunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen alle Gelenke der Gliedma\u00dfen, aber auch im Bereich der Hals- und Brustwirbels\u00e4ule arthrotisch ver\u00e4ndert sein. Degenerative Ver\u00e4nderungen der Gelenke haben oft multifaktorielle Gr\u00fcnde. Pr\u00e4disponierend sind Stellungsfehler, die in Verbindung mit der Lebensleistung der Pferde zu einem punktuellen Verschlei\u00df der Gelenke f\u00fchren k\u00f6nnen. In Verbindung damit k\u00f6nnen auch genetische Faktoren, irritierende Gelenkschips (OC), aber nat\u00fcrlich auch traumatische Einfl\u00fcsse am Krankheitsgeschehen beteiligt sein.\r\n\r\n<strong>Bei Arthrose werden der Gelenksknorpel und der subchondrale Knochen besch\u00e4digt. <\/strong>\r\n\r\n<strong>Mechanische Reibung<\/strong> entsteht durch minderwertige Synovia, die aufgrund einer gleichzeitigen <strong>Entz\u00fcndung<\/strong> der Synovialmembran nur minderwertig nachproduziert wird.\u00a0 Durch die chronische Entz\u00fcndung der Synovialmembran kommt es zu einer folgenden narbig-bindegewebigen Organisation der Gelenkskapsel. Solche bindegewebigen <strong>Verh\u00e4rtungen<\/strong> f\u00fchren zu einer <strong>Verringerung der Gelenksbeweglichkeit<\/strong>. <strong>Schmerz<\/strong> und <strong>Bewegungseinschr\u00e4nkung<\/strong> f\u00fchren wiederum zu einer <strong>reduzierten Stoffwechselaktivit\u00e4t<\/strong> im Gelenk. Ein <strong>Teufelskreislauf<\/strong>, der zum Teil sehr schnell ablaufen kann.\r\n\r\nKlinisch \u00e4u\u00dfern sich diese Ver\u00e4nderungen in einem <strong>stumpfen Gang<\/strong>, oft auch in Verbindung mit einem <strong>Drehschmerz<\/strong> und <strong>reduziertem Temperament<\/strong>. <strong>Die Beugewinkel, wie auch die Streckwinkel der Gliedma\u00dfen sind reduziert<\/strong>. Eine seitliche Verkippung der Zehenendgelenke ist oft nur noch sehr eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich.\r\n\r\nAls wichtigste begleitende Ma\u00dfnahme zur Behandlung arthrotischer Ver\u00e4nderung eignet sich eine <strong>optimierte Hufzubereitung<\/strong>. Dazu muss die Kommunikation zwischen <strong>Tierarzt<\/strong> und <strong>Schmied<\/strong> stimmen. Beide m\u00fcssen in ihrem Fachgebiet Profi sein und beide m\u00fcssen auch im Fachgebiet des anderen gute Sachkenntnisse besitzen. In Kooperation mit einem <strong>Hufschmied<\/strong> kann man beim alten Pferd mit arthrotischen Ver\u00e4nderungen versuchen, die Last <strong>auf die Teile des Gelenkes zu verlagern, die nicht oder nur wenig ver\u00e4ndert sind<\/strong>. Wichtig ist zu erkennen, wo das Bein \u2013 der Huf \u2013 in der Lage ist kompensatorisch belastet werden zu k\u00f6nnen. Das gemeinsame Besprechen der individuellen Anatomie des Pferdebeines, der Fu\u00dfungsmechanik und der R\u00f6ntgenbefunde hilft.\r\n\r\n<strong>Im Einzelfall muss ein Beschlag auch noch einmal ver\u00e4ndert oder justiert werden.<\/strong> Wichtig sind vor allem beim alten Pferd die Beschlagsintervalle. <strong>Nach 6-7 Wochen sollte ein orthop\u00e4discher Beschlag sp\u00e4testens erneuert werden. <\/strong>Die Hufzurichtung und der eventuell anzubringende Beschlag unterst\u00fctzen die medizinischen Ma\u00dfnahmen.\r\n\r\n<strong>Arthrotische Ver\u00e4nderungen f\u00fchren unter Umst\u00e4nden zu unterschiedlich starken Lahmheitsauspr\u00e4gungen. <\/strong>\r\n\r\nKontinuit\u00e4t der Bewegung im Vorfeld, lange Beschlagsintervalle und viele andere Faktoren k\u00f6nnen die Lahmheit spontan verst\u00e4rken. Arthrose bzw. im akuten Fall die Arthritis f\u00fchrt zu Schmerzzust\u00e4nden, die sich als Lahmheit des Pferdes zeigen.\r\n\r\nDie <strong>medikamentelle Therapie<\/strong> hat das Ziel diese Schmerzen zu vermindern, damit auch die Gelenksfunktionen wieder zu verbessern, degenerative Prozesse zu verlangsamen oder aufzuhalten und die Rekonvaleszenz im Rahmen der M\u00f6glichkeiten zu f\u00f6rdern.\r\n\r\n<strong>NSAIDs<\/strong> sind die nicht steroidalen Entz\u00fcndungshemmer, die als orale Applikation beim Pferd routinem\u00e4\u00dfig eingesetzt werden.\r\n\r\nDer Wirkstoff <strong>Phenylbutazon<\/strong> wird zur Behandlung von orthop\u00e4dischen Schmerzzust\u00e4nden gerne genutzt. Dosis: 2 x t\u00e4glich 1 Gramm bei 500 KG K\u00f6rpergewicht per os. Ca. 21 Tage Nachweiszeit (ADMR). <strong>Bei l\u00e4ngerer Anwendung<\/strong> kann es zu <strong>Gastritiden, Leber \u2013 und Nierensch\u00e4den<\/strong> f\u00fchren. Speziell <strong>Ponys<\/strong> scheinen besonders <strong>empfindlich<\/strong> auf Phenylbutazon zu reagieren. Bei Shetlandponys sollte auf anderes NSAIDs ausgewichen werden. Lebensmittelrechtlich darf Phenylbutazon nicht bei Pferden angewandt werden, die als Nicht-Schlachtpferde gekennzeichnet sind.\r\n\r\nNeben dem Phenylbutazon gibt es heute verschiedene <strong>Alternativpr\u00e4parate<\/strong>, die deutlich vertr\u00e4glicher sind und geringere Nebenwirkungen haben.\r\n\r\nDas <strong>Flunixin<\/strong> ist ein NSAID mit antiphlogistischer Wirkung auf Schmerzzust\u00e4nde im Bewegungsapparat. Laut ADMR Richtlinien ca. 18 Tage Nachweiszeit. Dosis: 1 x t\u00e4glich 550 mg bei einem 500 Kg K\u00f6rpergewicht per os.\r\n\r\n<strong>Meloxicam<\/strong> ist ein gut vertr\u00e4gliches NSAID mit einer kurzen Nachweiszeit. Interessant f\u00fcr Pferde, die noch sportlich genutzt werden. Nachweiszeit 9 Tage (ADMR). Dosis:1 x t\u00e4glich 12 mg bei einem 500 Kg K\u00f6rpergewicht per os.\r\n\r\n<strong>Firocoxid<\/strong> ist ein selektiver COX \u2013 2 Hemmer. Gute Wirkung osteoarthritische Erkrankungen, relativ teuer und lange Nachweisbarkeit sind die Eigenschaften dieses Wirkstoffes. Dosis: 1 x t\u00e4glich \u00a050 mg bei 500 Kg K\u00f6rpergewicht.\r\n\r\nNeben den NSAIDs k\u00f6nne auch <strong>Biologica<\/strong> als Therapeutikum zur Behandlung geringgradiger Arthrosen mit zum Teil guten Effekten benutzt werden. <strong>Teufelskralle<\/strong> und <strong>Ingwer<\/strong> sind erfahrungsgem\u00e4\u00df wirkungsvoll, haben allerdings eine Nachweisbarkeit von 48 Stunden (ADMR).\r\n\r\nZur Verbesserung des Gelenksstoffwechsels werden Substanzen wie zum Beispiel <strong>Glucosaminoglycan<\/strong> eingesetzt, die als Futtermittel oder auch systemisch gegeben werden k\u00f6nnen.\r\n\r\n<strong>Pferde mit eindeutigem intraartikul\u00e4rem Schmerz<\/strong> sind <strong>lokal<\/strong> am effektivsten zu <strong>therapieren<\/strong>. Hier gibt es verschiedene medizinische M\u00f6glichkeiten.\r\n\r\n<strong>Glucocorticoide<\/strong> wirken stark entz\u00fcndungshemmend und f\u00fchren f\u00fcr einige Tage bis Wochen zu einer deutlichen Lahmheitsreduktion. In Verbindung mit <strong>Hyaluronpr\u00e4paraten<\/strong> werden diese Verbesserungseffekte noch verl\u00e4ngert. Hyaluron funktioniert dabei verbessernd auf die Gleitmechanik im Gelenk und hat laut unterschiedlichen Literaturangaben stimulative Effekte auf die Synovialmembran des Gelenkes und damit auf die k\u00f6rpereigene Synovialproduktion.\r\n\r\n<strong>Stammzellen und unterschiedliche autologe Blutaufbereitungen<\/strong> werden aktuell in steigendem Ma\u00df angewandt. Dabei sollen durch aufwendig aufbereitete Blutpr\u00e4parationen k\u00f6rpereigene Entz\u00fcndungshemmer \u2013 Anti-Interleukin \u2013 die Stoffwechselsituation im Gelenk stabilisieren. Stammzellen aus Knochenmark oder Fett sollen sich im erkrankten Gelenk in Knorpelersatzzellen umwandeln und den defekten Knorpel damit ersetzen. Diese aus k\u00f6rpereigenen Zellen gewonnenen Pr\u00e4parate werden intraartikul\u00e4r angewandt. <strong>Neuere Studien zeigen, dass bei der Beteiligung mehrerer Gelenke die systemische Gabe von Anti-Interleukinen deutlich positive Effekte zeigen.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>\r\n<h2><strong>Sehnen<\/strong><\/h2>\r\nSehnen sind wie beim Menschen elastische Strukturen. Diese <strong>Elastizit\u00e4t nimmt im Laufe des Lebens kontinuierlich<\/strong> ab. Au\u00dferdem <strong>verringert sich die Festigkeit<\/strong> der Sehnen. Damit wird die <strong>Anf\u00e4lligkeit<\/strong> f\u00fcr Sehnenerkrankungen <strong>im Alter st\u00e4ndig gr\u00f6\u00dfer<\/strong>. Die F\u00e4higkeit <strong>Energiedepots<\/strong> aufzubauen wird ebenfalls weniger und geht im Alter auf Minimalwerte zur\u00fcck. Die <strong>Qualit\u00e4t des Zwischengewebes<\/strong>, der extrazellul\u00e4ren Matrix wird ebenfalls schlechter. Das hei\u00dft, <strong>die Leistungsf\u00e4higkeit der Sehnen nimmt in toto ab<\/strong>.\r\n\r\nAuch <strong>Bandstrukturen<\/strong> wie der Fesseltr\u00e4ger <strong>verringern ihre Stabilit\u00e4t<\/strong>. Speziell diese Haltestruktur, die Stabilisierung der Hyperextension des Fesselgelenkes, wird beim Pferd ohne hin extrem belastet. Im Alter kommt es zu einer \u201e<strong>Aufweichung<\/strong>\u201c und damit sehr h\u00e4ufig zu einer <strong>relativen Verl\u00e4ngerung des Fesseltr\u00e4gers<\/strong> speziell der <strong>Hintergliedma\u00dfen<\/strong>.\r\n\r\n<strong>Diese alten Pferde sind im Sprachgebrauch durchtrittig. Durch das Alter nimmt die Trainierbarkeit der Sehne ab.<\/strong>\r\n\r\nVorbeugend ist eine <strong>regelm\u00e4\u00dfige Bewegung<\/strong> des alten Pferdes auch hinsichtlich der Gesunderhaltung der Sehnen ein wichtiger Faktor. <strong>Lange Schrittphasen zu Beginn<\/strong> der Arbeit (15 \u2013 20 Minuten) mit <strong>kurzen Trabintervallen<\/strong> (weitere 5 Minuten) hilft die Belastbarkeit zu verbessern und das Verletzungsrisiko zu minimieren. Speziell die oberfl\u00e4chliche Beugesehne zeigt im Krankheitsfall oft einen mittigen, zentralen Defekt (core lesion). Die zentralen Fasern haben die Funktion eines \u201eSehnenskelettes\u201c. Die core lesions sind schmerzhaft und die gesamte Sehne schwillt deutlich an. Sie heilen langsam und die Prognose zumindest klinisch vollst\u00e4ndig auszuheilen sinkt mit dem Alter des Pferdes und mit der Gr\u00f6\u00dfe des Defektes.\r\n<h2><strong>Muskeln und R\u00fccken<\/strong><\/h2>\r\nAuch die <strong>Muskulatur<\/strong> des alten Pferdes ist <strong>nicht mehr so leistungsf\u00e4hig<\/strong> wie bei einem jungen. Die nachlassende Leistungsf\u00e4higkeit zeigt sich vor allem im Bereich des R\u00fcckens. Die die Br\u00fcckenkonstruktion des Pferdes erhaltende R\u00fccken- und Bauchmuskulatur verringert ihren Tonus und der <strong>R\u00fccken sinkt ein<\/strong>. Diese Struktur ist f\u00fcr ein Pferd deutlich <strong>erm\u00fcdend<\/strong>.\u00a0 \u00c4hnlich wie bei einer H\u00e4ngebr\u00fccke ist die Zugbelastung an den Br\u00fcckenpfeilern deutlich aufwendiger als bei einer aufgew\u00f6lbten Konstruktion, bei der die Last auf der Br\u00fccke auf die Br\u00fcckenpfeiler dr\u00fcckt. \u00c4hnlich verhalten sich die Belastungseffekte beim Pferder\u00fccken. Je besser der Pferder\u00fccken aufgew\u00f6lbt ist, desto einfacher tr\u00e4gt er die Last des Reiters und schlussendlich auch des eigenen K\u00f6rpers. Auch hier ist die beste Prophylaxe die regelm\u00e4\u00dfige Bewegung bzw. Arbeit des Pferdes.\r\n<h2><strong>Orthop\u00e4die und Innere<\/strong><\/h2>\r\nStoffwechselerkrankungen wie <strong>EMS<\/strong> und <strong>Cushing<\/strong> sind Erkrankungen der inneren Organe. Sie haben einen Effekt auf die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr <strong>Hufrehe<\/strong>. Einmal Hufrehe \u2013 immer Hufrehe hei\u00dft die allgemein geltende Formel. Die Grunderkrankung zu therapieren ist daf\u00fcr der erste Ansatz. <strong>Therapie<\/strong> und eine <strong>strenge Di\u00e4t<\/strong> sind Voraussetzungen f\u00fcr ein mittel- und langfristig erfolgreiches Management der Hufrehe. Zur Stabilisierung des Hufbeintr\u00e4gers hilft auch hier ein <strong>unterst\u00fctzender<\/strong> <strong>Beschlag<\/strong>. Regelm\u00e4\u00dfige Beschlagsintervalle sind einzuhalten.\r\n\r\n<strong>Die orthop\u00e4dischen Erkrankungen des alten Pferdes sind oft nicht grundlegend anders als die des jungen Pferdes. <\/strong>\r\n\r\n<strong>Schlechtere<\/strong> <strong>Regenerationsf\u00e4higkeit und langsamerer Stoffwechsel <\/strong>bei alten Pferden f\u00fchren zu einer deutlicheren Symptomatik und deutlich schlechteren Therapieerfolgen. Ein wesentlicher Teil der Arbeit mit dem alternden Pferd ist die <strong>Aufkl\u00e4rung des Besitzers<\/strong>, der es oft richtig machen m\u00f6chte, aber durch die Informationsflut durch Presse, Internet u. \u00e4. h\u00e4ufig v\u00f6llig \u00fcberfordert ist. Dies entsprechend zu steuern und zu vermitteln ist die Aufgabe des Profis \u2013 dem Tierarzt \/ Tier\u00e4rztin.\r\n<h2><strong>Grunds\u00e4tzlich ist das Pferd auch im Alter ein Lauftier.\r\nVern\u00fcnftige Bewegung ist die beste Gesundheitsprophylaxe.<\/strong><\/h2>","type":"rich"}