{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheitsakademie","provider_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/author\/dr-kai-kreling\/","title":"Keine Macht den Drogen...","html":"Drogen im Pferdesport - das gibt es doch gar nicht! So naiv ist heute keiner mehr. Reiter wie Z\u00fcchter stehen heute mehr denn je vor dem Problem aus den M\u00f6glichkeiten und Veranlagungen ihrer Pferde das maximal Machbare herausholen zu m\u00fcssen. Die Konkurrenz ist gro\u00df, der Leistungslevel ebenfalls. Will man heute im Umfeld der Mitstreiter bestehen, reicht es nicht, ein gutes Pferd zu haben. Man muss es auch professionell vorbereiten um eben noch etwas besser zu sein.\r\n\r\n<strong>Qualit\u00e4t der Pferde + professionelles Training = Erfolg<\/strong>\r\n\r\nSpeziell bei den Junghengsten stellt sich die Frage nach einem professionellen Vorbereitungstraining f\u00fcr die Musterung. Die 2-j\u00e4hrigen Hengstanw\u00e4rter (\u00e4hnlich der Situation bei den Vollbl\u00fctern) werden im Fr\u00fchjahr an der Longe antrainiert. Sie kommen nur selten oder gar nicht mehr auf die Weide. Vor allem kleinere Z\u00fcchter geben ihre Hengstanw\u00e4rter in professionelle H\u00e4nde, damit dort die Muskulatur aufgebaut und das \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild perfektioniert wird. Die K\u00f6rungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass nur solche Hengste eine Chance haben, die neben der Hengstqualit\u00e4t auch das Erscheinungsbild eines ausgereiften Pferdes haben; und zwar auch schon zum ersten Vorstellungstermin. Immer wieder dr\u00e4ngt sich der Verdacht des Junghengstdopings auf. Wieviel k\u00fcnstlich hormonelle Unterst\u00fctzung das Erscheinungsbild der K\u00f6raspiranten beeinflusst, ist oft eine ern\u00fcchternde Frage.\r\n\r\nEine relativ neue Methode um dem jungen Pferd mit dem noch nicht g\u00e4nzlich ausgereiften Bewegungsapparat entgegen zu kommen und k\u00fcnftig auf den Einsatz muskelaufbauender Pr\u00e4parate (Doping) verzichten zu k\u00f6nnen, stellt das Training im Aquatrainer dar. Neben dem Muskelaufbau und Training von Sportpferden, wird der Aquatrainer bisher in der Rehabilitation von Pferdepatienten mit Gliedma\u00dfen- und R\u00fcckenproblemen eingesetzt.\r\n\r\nDer gro\u00dfe Vorteil des <strong>Aquatrainers<\/strong> liegt in der kontrollierten und gut dosierbaren Bewegung des Pferdes. Durch den Wasserwiderstand wird einerseits hervorragend Muskulatur trainiert und aufgebaut, andererseits werden die Gelenke bei dieser Art des Trainings deutlich entlastet. Ein weiterer Vorteil des Trainings im Aquatrainer ist das Arbeiten des Pferdes auf der Geraden. Der noch nicht ausgereifte Bewegungsapparat des jungen Pferdes wird hier keiner Drehbelastung ausgesetzt. Gerade diese sogenannte Rotationsbewegung ist f\u00fcr die jugendlichen Beinstrukturen stark belastend. Das Training kann planvoll in Dauer und Geschwindigkeit gesteigert werden ohne Gefahr der \u00dcberlastung von Knochen und Gelenken.\r\n\r\nUnterschiedliche Wasserh\u00f6hen k\u00f6nnen eingesetzt werden. Die f\u00fcr das Vorf\u00fchren der Beine verantwortliche Muskulatur wird bei einem beispielsweise relativ hohen Wasserspiegel erreicht. Dagegen veranlasst man in niedrigerem Wasser die Pferde dazu, \u00e4hnlich wie bei der Arbeit \u00fcber Cavalettis, \u00fcber den Wasserspiegel hinweg zu treten. Durch den Einsatz einer Gegenstromanlage wird ein zus\u00e4tzlicher Massageeffekt erreicht und das Heraushebeln der Beine \u00fcber die Wasseroberfl\u00e4che noch verst\u00e4rkt.\r\n\r\nDer Aquatrainer alleine ist keine \"Wunderwaffe\" beim Training eines Pferdes. Eine gezielte Ern\u00e4hrung, sportphysiologische Betreuung und abwechselnde Begleittrainingsmethoden sind heute im Humansport selbstverst\u00e4ndlich. Nur so konnte im Laufe der letzten Jahre eine deutliche Verbesserung der sportlichen Leistungsf\u00e4higkeit des Menschen erreicht werden. Dieses Selbstverst\u00e4ndnis fehlt im Pferdesport bis jetzt noch. Es ist aber davon auszugehen, dass durch den professionellen Einsatz von Einrichtungen wie dem Aquatrainer und begleitender Ma\u00dfnahmen auch bei den Pferden in den n\u00e4chsten Jahren eine deutliche Leistungsverbesserung stattfinden wird.\r\n\r\nWesentlicher Aspekt dabei ist die M\u00f6glichkeit zur pferdeschonenden verschlei\u00dfarmen Leistungssteigerung. Sp\u00e4tsch\u00e4den aufgrund eines unphysiologischen Trainings sind heute jedem bekannt. Das durchschnittliche Pferdealter eines Sportpferdes liegt je nach Statistik irgendwo bei ca. 8 Jahren. In mindestens 70 Prozent der F\u00e4lle sind Verschlei\u00dferscheinungen der Beine das Problem. Der Einsatz von Leistungssteigernden Pr\u00e4paraten tr\u00e4gt sicherlich nicht unerheblich dazu bei. Unser Ziel sollte eine deutliche Verbesserung dieser Situation sein.\r\n\r\nVerbesserung unserer Trainingsbedingungen, sowie ausgewogene und durchdachte Trainingsmethoden, vor allem beim jungen Pferd sollten ihren Beitrag dazu leisten.","type":"rich"}