{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheitsakademie","provider_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/author\/dr-kai-kreling\/","title":"Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis (EOTRH)","html":"<h2>EOTRH \u2013 eine Zahnerkrankung beim Pferd<\/h2>\r\n<strong>Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis<\/strong>\u00a0(abgek\u00fcrzt: EOTRH) hei\u00dft die f\u00fcr den Pferdebesitzer zuerst einmal v\u00f6llig unklare Bezeichnung f\u00fcr eine Erkrankung der Z\u00e4hne \u2013 im wesentlichen der\u00a0<strong>Schneidez\u00e4hne<\/strong>, aber\u00a0<strong>vereinzelt\u00a0<\/strong>auch der\u00a0<strong>Haken- und\u00a0<\/strong>die ersten\u00a0<strong>Backenz\u00e4hnen<\/strong>\u00a0bei unseren Pferden. Die Erkenntnis, was diese EOTRH \u00fcberhaupt ist, wurde in den letzten Jahren mehr und mehr erforscht. Dabei handelt es sich um eine\u00a0<strong>fortschreitende Verkalkung des Zahnfaches und Entz\u00fcndung des Zahnfleisches<\/strong>. Es kommt im weiteren Krankheitsverlauf zu einer Degeneration mit Zahnsubstanzverlust im Bereich der Zahnwurzeln.\r\n<h4>Die Krankheit f\u00fchrt vereinfacht zu einem Zuwuchern des Zahnfaches durch Knochensubstanz und damit zum\u00a0 \u201eAbsterben\u201c des Zahnes.<\/h4>\r\n<h3>Wie erkenne ich eine EOTRH Erkrankung bei meinem Pferd?<\/h3>\r\nDie Pferde zeigen\u00a0<strong>erste Symptome beim Abbei\u00dfen von \u00c4pfeln, Karotten oder anderen festen Futterangeboten aus der Hand<\/strong>. Die Erkrankung ist \u00e4u\u00dferlich erst dann erkennbar, wenn das Zahnfleisch der Schneidez\u00e4hne um den Zahnhals deutlich vermehrt ger\u00f6tet ist und der Druck mit dem Finger auf diese Zahnfleischregion eine Schmerzreaktion beim Pferd hervorruft. Das Zahnfleisch ist in fortgeschrittenem Stadium unterhalb des Zahnes deutlich extrem ger\u00f6tet und der Bereich aufgetrieben. Es k\u00f6nnen bei weiterem Fortschreiten der Erkrankung kleine Zahnfisteln, Zahnfleischwunden und Lockern der Z\u00e4hne entstehen.\u00a0<strong>Diese Pferde riechen oft sehr unangenehm aus ihrem Maul.<\/strong>\u00a0Eine endg\u00fcltige Diagnose kann der Tierarzt durch das\u00a0<strong>R\u00f6ntgenbild\u00a0<\/strong>der betroffenen Zahnanlagen stellen. Bei Menschen werden \u00e4hnliche Krankheitssymptome als multiple idiopathic root resorption (MIRR) bezeichnet.\r\n<h3>Wie kann man EOTRH behandeln?<\/h3>\r\n<strong>In einer sehr fr\u00fchen Phase der Erkrankung<\/strong>\u00a0hat sich die Behandlung mit einem speziellen\u00a0<strong>Futterzusatz mit Pilzextrakten (Handelsname \u201eEquident\u201c)\u00a0<\/strong>bew\u00e4hrt. Die Erkrankung kann durch die Pilzextrakte nicht geheilt werden. Es hat sich aber gezeigt, dass der Zustand \u00fcber einen unterschiedlich langen Zeitraum stabil gehalten werden kann. In der Anfangsphase kann man versuchen, durch das K\u00fcrzen der Schneidez\u00e4hne den Zahndruck zu reduzieren. Diese Ma\u00dfnahmen hilft selten zuverl\u00e4ssig. Die Z\u00e4hne beim Pferd schieben Zahnsubstanz nach, so dass dadurch eine K\u00fcrzung der Z\u00e4hne schon sehr schnell wieder ausgeglichen wird.\r\n\r\n<strong>In fortgeschrittenem Zustand<\/strong>\u00a0werden die\u00a0<strong>Schneidez\u00e4hne chirurgisch entfernt<\/strong>. Das h\u00f6rt sich zuerst einmal dramatisch an. Eine Reihenextraktion der Schneidez\u00e4hne ist aber die einzige M\u00f6glichkeit, dem Pferd den permanenten Zahnschmerz zu nehmen. Viele Pferde sind nach einer Schneidezahnextraktion sichtlich erleichtert. Sie sind deutlich aktiver, fressen und vor allem kauen besser und zeigen deutlich verbesserten Labenskomfort. Als Nebeneffekt der Schneidezahnextraktion kann es dazu kommen, dass die Pferde ihre Zunge nicht mehr komplett in der Maulh\u00f6hle halten k\u00f6nnen. Es sieht bildlich immer so aus, als w\u00fcrde das Pferd seine Zunge herausstrecken. Trotzdem sind diese Pferde offensichtlich zufrieden und reiterlich voll belastbar.\r\n<h3>Wie kann man vorbeugen?<\/h3>\r\nDie Entstehung von EOTRH ist nicht bekannt. So ist eine eindeutige Vorbeuge nicht herzuleiten. Wichtig ist eine\u00a0<strong>regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberpr\u00fcfung der Schneidezahnsitiuation durch einen erfahrenen Tierarzt mit \u201eZahnerfahrung\u201c<\/strong>. Eine R\u00f6ntgenuntersuchung im Verdachtsfall kann auch in der Fr\u00fchphase die Erkrankung erkennen lassen. So kann man den Pferden eine l\u00e4ngere, schleichend entstehende und oft nicht erkannte Leidensgeschichte ersparen. Eine oft diskutierte prophylaktische Ern\u00e4hrung z. B. ohne feste Futterbestandteile hilft sicher nicht.","type":"rich","thumbnail_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Z\u00e4hne-150x150.png","thumbnail_width":150,"thumbnail_height":150}