{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheitsakademie","provider_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/author\/dr-kai-kreling\/","title":"Genetische Disposition und M\u00f6glichkeiten einer sinnvollen Prophylaxe","html":"[vc_row][vc_column][vc_column_text]Pferdek\u00e4ufer stellen immer h\u00f6here Anspr\u00fcche an die Reiteignung unserer Pferde. Nicht nur bei den Turnierpferden, sondern auch bei Freizeitpferden steigen die Anforderungen an Qualit\u00e4t der Leistung, Exterieur, Charakter und Temperament. Neben diesen Leistungsmerkmalen ist die physische Belastung der Pferde st\u00e4ndig gr\u00f6\u00dfer geworden. Mehr Leistungsverm\u00f6gen erh\u00f6ht die Organbelastung. Turnierpferde werden durch Hochleistungstraining, h\u00e4ufige Transporte und Turnierteilnahmen in ihrer Konstitution extrem gefordert. Dazu kommt eine oft mangelhafte Haltung, unsachgem\u00e4\u00dfe F\u00fctterung und unregelm\u00e4\u00dfige Bewegung der Pferde.\r\n\r\nHalten die von uns heute gez\u00fcchteten und aufgez\u00fcchteten Pferde diese gestiegene Belastung \u00fcberhaupt aus? Die t\u00e4gliche Praxis zeigt, dass dies nicht der Fall ist. Die Tiermedizin hat sich in den letzten 10 Jahren immens weiterentwickelt. Viele Pferde k\u00f6nnen heute wieder \u201erepariert \u201e werden. Nur kann es nicht das Ziel sein, Pferde zu z\u00fcchten um sie nachher zu therapieren! Mein Vortrag soll einige der gesundheitlichen Probleme aufzeigen und einen Ansatz zur Verbesserung der aktuellen Situation vermitteln. Nach verschiedenen Statistiken sind die gesundheitlichen Probleme bei Pferden folgenderma\u00dfen verteilt:\r\n\r\n61 - 76% Bewegungsapparat\r\n\r\n16 - 20% Atmungsapparat\r\n\r\n10 - 12% Verdauungsapparat\r\n\r\n05 - 07% Kreislaufapparat\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>In diesem Beitrag wird der Bewegungsapparat des Reitpferdes behandelt. Am h\u00e4ufigsten auftretende Krankheiten sind:<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Hufrolle (Hufrollenentz\u00fcndung)<\/li>\r\n \t<li>Arthrose<\/li>\r\n \t<li>Gleichbeinerkrankungen<\/li>\r\n \t<li>Spat<\/li>\r\n \t<li>OCD (Osteochondrose dissecans)<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n\r\nVon besonderem Interesse f\u00fcr z\u00fcchterische Entscheidung ist der Grad der Erblichkeit bzw. die Beeinflussbarkeit durch F\u00fctterung und Haltung.\r\n<h2><strong>Hufrollenentz\u00fcndung <\/strong><\/h2>\r\nDie Hufrollenentz\u00fcndung oder Podotrochlose ist ein h\u00e4ufiges Problem in der Pferdezucht verschiedenster Rassen. Mit der Zunahme des Reitsportes hat dessen wirtschaftliche Bedeutung in der Pferdemedizin eine vorrangige Bedeutung eingenommen.\r\n\r\nHufrollenentz\u00fcndung ist eine komplexe Erkrankung des Hufgelenkes, der tiefen Beugesehne, der Sehnenscheide und des Strahlbeines. Sie \u00e4u\u00dfert sich durch stumpfen Gang bzw. schleichende Lahmheit in der Regel nur an den Vorderbeinen. Diese Erkrankung ist schon seit der Domestizierung des Pferdes bekannt und wird schon 1829 von Turner das erste Mal in der Literatur erw\u00e4hnt. Die Lahmheit l\u00e4sst sich durch die Beugeprobe der Zehengelenke deutlich verst\u00e4rken.\r\n\r\nR\u00f6ntgenologisch sind Ver\u00e4nderungen an der Sehnengleitfl\u00e4che und oberen Rand des Strahlbeins zu erkennen. Am bekanntesten sind die Ver\u00e4nderungen am vorderen Rand des Strahlbeines, an dem die Gef\u00e4\u00dfkan\u00e4le und deren Ver\u00e4nderungen beurteilt werden k\u00f6nnen. In fortgeschrittenen F\u00e4llen sind Verkn\u00f6cherungen der B\u00e4nder des Strahlbeines oder\/und Knochenzubildungen an den Ansatzstellen dieser B\u00e4nder zu sehen.\r\n\r\n\u00dcber die Vererblichkeit von Hufrollenentz\u00fcndung ist sehr viel gearbeitet worden. Es gibt verschiedene Aussagen \u00fcber den Grad der Vererblichkeit. Sicher ist, dass eine mehr oder weniger starke Veranlagung vererbt wird und diese bei der Hufrollenentz\u00fcndung nur unwesentlich durch Aufzuchtbedingungen beeinflusst werden kann.\r\n<h4>Sicher ist, dass andere Einfl\u00fcsse wie z.B.:<\/h4>\r\n<ul>\r\n \t<li>Alter<\/li>\r\n \t<li>Anteil an Vollblut<\/li>\r\n \t<li>Stockma\u00df<\/li>\r\n \t<li>Bewegung<\/li>\r\n \t<li>Bodenqualit\u00e4t<\/li>\r\n \t<li>F\u00fctterung<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h4>keinen Einfluss auf die Erkrankungsanf\u00e4lligkeit haben.<\/h4>\r\n<h4>Fehlstellungen wie<\/h4>\r\n<ul>\r\n \t<li>flache Hufe<\/li>\r\n \t<li>ungen\u00fcgende Hufkorrektur<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h4>k\u00f6nnen dagegen die Hufrollenentz\u00fcndung beeinflussen.<\/h4>\r\nEmpfehlung f\u00fcr Z\u00fcchter und Pferdek\u00e4ufer: Bei deutlichen r\u00f6ntgenologischen Ver\u00e4nderungen steigt das Lahmheitsrisiko bis zu 75 %. Die Vererblichkeit reicht je nach Autor von schwach bis mittelgradig. Dies hie\u00dfe f\u00fcr Z\u00fcchter, m\u00f6glichst Stuten mit hochgradigen Befunden nicht als Zuchtstuten einzusetzen.\r\n<h2><strong>Arthrose <\/strong><\/h2>\r\nUnter dem Begriff Arthrose werden die chronisch deformierenden Gelenkerkrankungen zusammengefasst. Arthrose ist h\u00e4ufig durch Fehlstellungen der Gliedma\u00dfen bedingt oder wird zumindest durch diese beg\u00fcnstigt. Arthrose ist von dem klinischen Erscheinungsbild der Hufrollenentz\u00fcndung im fr\u00fchen Stadium \u00e4hnlich. Es ist eine schleichende Erkrankung. Aus einer zuerst akuten Entz\u00fcndung des betroffenen Gelenkes entwickelt sich eine chronische Gelenksentz\u00fcndung. Diese Art von Lahmheit kann sowohl an den Vorder- als auch an den Hinterbeinen auftreten. R\u00f6ntgenologisch sind diese Gelenksver\u00e4nderungen durch Abnutzungen der Gelenkfl\u00e4che und sog. kn\u00f6chernen Randwulsten an den Gelenksr\u00e4ndern zu erkennen. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es zu einer Schalenf\u00f6rmigen Zubildung um den Gelenksrand, der dann auch als Fesselgelenks-, Krongelenks- und Hufgelenksschale bezeichnet wird.\r\n\r\nFehlstellungen der Gliedma\u00dfe bedingen durch die ungleiche Zugbelastung der seitlichen Halteb\u00e4nder und der Ansatzstellen der Gelenkskapseln das Entstehen von Arthrose. Hier entstehen Knochenhautreizungen und anschlie\u00dfend Verkn\u00f6cherungen. Im weiteren Verlauf dieser Erkrankung kommt es zu mechanischem Abrieb des Gelenkknorpels an der Stelle hohen Druckes und damit zum Freilegen des kn\u00f6chernen Gelenksfl\u00e4che. Die fehlende knorpelige Schutzfl\u00e4che bedingt einen Scheuermechanismus, der nicht mehr reparabel ist. Arthrose wird nach Untersuchungen der Erblichkeit nicht genetisch weitergegeben. Sicher ist, da\u00df fehlgestellte Pferde ein hohes Ma\u00df an Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Arthrose haben. F\u00fcr Z\u00fcchter ist es wesentlich, bei der Aufzucht auf\r\n\r\nFehlstellungen zu achten, bzw. diese im jugendlichen Alter durch entsprechende Korrektur der Stellung weitgehend zu beeinflussen. Pferdek\u00e4ufern ist von stark verstellten Pferden grunds\u00e4tzlich abzuraten. Ausgewachsene Pferde sind nicht mehr in ihrer Beinstellung zu korrigieren.\r\n<h2><strong>Gleichbeinerkrankungen <\/strong><\/h2>\r\nAls Gleichbeinerkrankung werden alle degenerativen und chronisch verlaufenden Prozesse an den Gleichbeinen, den Gleichbeinb\u00e4ndern und der tiefen Beugesehne bzw. der gemeinsamen Beugesehnenscheide bezeichnet. Pferde mit einer Gleichbeinlahmheit sind im Allgemeinen in weichem Boden mehr lahm. Besonders bei Trabverst\u00e4rkungen und engen Wendungen zeigt sich diese Lahmheit. Gleichbeinerkrankungen treten h\u00e4ufig an den Vorderbeinen, kommen allerdings vor allem bei Dressurpferden auch an den Hinterbeinen vor.\r\n\r\nR\u00f6ntgenologisch sind Gleichbeinerkrankungen an unscharf begrenzten R\u00e4ndern, unscharf abgegrenzten Blutgef\u00e4\u00dfen und blasser, por\u00f6ser Knochenstruktur erkennbar. Der eigentliche Schmerz tritt dann durch den Reibepunkt zwischen der rauen Gleichbeinfl\u00e4che und der tiefen Beugesehne auf. Die Beugesehnen-scheide befindet sich direkt in diesem sensiblen Bereich und kann sekund\u00e4r erkranken. Unter Umst\u00e4nden kann es auch zu Reibepunkten im Bereich zwischen Gleichbein und R\u00f6hrbein kommen.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\nGleichbeinerkrankungen werden nur unwesentlich durch Vererbung beeinflusst. Bei einigen Untersuchungen ist eine positive Beziehung zwischen der Huf-rollenentz\u00fcndungen und der Gleichbeinerkrankungen festgestellt worden. Wichtig zur Vermeidung der Defekte an Gleichbeinen sind gute Aufzuchts-bedingungen. Auch bei dieser Erkrankung ist die regelm\u00e4\u00dfige Korrektur vor allem des Zehenwachstums zu beachten. Weiterhin ist offensichtlich, dass \u00fcbergewichtige Pferde unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig h\u00e4ufig an den Gleichbeinen erkranken.\r\n<h2><strong>Spat <\/strong><\/h2>\r\nSpat ist eine Erkrankung der straffen Sprunggelenke. Zusammen mit der Hufrollenentz\u00fcndung ist sie die h\u00e4ufigste Beinerkrankung der Reitpferde. Spat ist schon seit langem bekannt. Der Stallmeister Kaiser Friedrich II hat die klinischen Symptome schon sehr detailliert beschrieben. Spat ist eine Arthrose im Bereich der straffen Sprunggelenke. Wie auch bei der Arthrose der Zehengelenke ist der Verlauf der Erkrankung schleichend. Erste Symptome werden h\u00e4ufig nicht als Lahmheit erkannt. Bei vielen Pferden \u00e4u\u00dfert sich die Krankheit durch Gehunlust, R\u00fcckenbeschwerden und allgemeinem Rittigkeitsverlust. Diese Erkrankung tritt in der Regel beidseits auf, so dass auch aus diesem Grund eine Lahmheit erst sehr sp\u00e4t als solche erkannt wird.\r\n\r\nDie ersten Lahmheitssymptome treten in der Wendung und bei versammelnden Lektionen auf. Die Beugeprobe der Sprunggelenke, deshalb auch als \u201eSpatprobe\u201c bekannt, verl\u00e4uft h\u00e4ufig dramatisch positiv. R\u00f6ntgenologisch f\u00e4llt die Erkrankung durch die Verengung der kleinen straffen Gelenksspalten auf. Bei jungen Pferden entsteht dies durch den Verlust des Gelenksknorpels. Durch Alterung m\u00fcssen diese Befunde bei \u00e4lteren Pferden dem Alter entsprechend relativiert werden. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es vor allem am vorderen und inneren Gelenksrand zu Reizung der Knochenhaut und\/oder der Ansatzstelle der \u201eSpatsehne\u201c. Diese kn\u00f6chernen Auftreibungen sind h\u00e4ufig auch schon von au\u00dfen sichtbar oder zumindest f\u00fchlbar. Fehlstellung der Hinterbeine, vor allem die Kuhhessigkeit (X-Beine) beg\u00fcnstigt das Auftreten von Spat. Pferde mit dieser Fehlstellung verschlei\u00dfen vermehrt durch ungleiche Druckverh\u00e4ltnisse des Sprunggelenkes. Auch kommt es zu einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Zugbelastung der \u00e4u\u00dferen Gelenksb\u00e4nder und der Spatsehne. Diese Verkn\u00f6chern im Verlauf der Erkrankung und sind danach nicht mehr zu regenerieren.\r\n\r\nBei Spat war bei einer holl\u00e4ndischen Untersuchung eine mittelgradige Vererbungstendenz zu sehen. Auch einige deutsche konnten \u00e4hnliche Ergebnisse bringen. Allerdings ist bei Spat auch die ausgewogene Ern\u00e4hrung in der Aufzucht sehr wesentlich. Pferde, bei denen eine optimale Ern\u00e4hrung w\u00e4hrend der Wachstumsphase stattgefunden hat, hatten deutlich weniger Probleme mit dieser Erkrankung. Grunds\u00e4tzlich sollten Z\u00fcchter mit an Spat stark erkrankten Stuten nicht z\u00fcchten. Aufz\u00fcchter sollten auch hier auf die Stellung achten, bzw. diese so fr\u00fch wie m\u00f6glich korrigieren. Eine ausgewogene Ern\u00e4hrung, vor allem in Bezug auf die Knochenreifung sollte gegeben werden (Ca:P-Verh\u00e4ltnis und Vitaminversorgung beachten).\r\n<h2><strong>Osteochondrosis Dissecans (OCD) <\/strong><\/h2>\r\nDiese Erkrankung ist eine Stoffwechselerkrankung des reifenden Knorpels in den gro\u00dfen Gelenken. Haupts\u00e4chlich betroffen sind Sprung-, Knie-, Fessel-, Carpal-, Schulter- und H\u00fcftgelenke. Viele dieser Pferde gehen zuerst nicht lahm. \u00c4u\u00dferlich sind diese Gelenke durch vermehrte F\u00fcllung auff\u00e4llig.\r\n\r\nBei der Beugeprobe der befallenen Gelenke sind diese in der Regel positiv. Eine Lahmheit stellt sich erst bei reiterlicher Belastung ein. Aktuelle Untersuchungen besch\u00e4ftigen sich mit OCD in den kleinen Zwischenwirbelgelenken der Brustwirbels\u00e4ule. Viele unserer heutigen Sportpferde zeigen R\u00fcckenprobleme. Es ist anzunehmen, dass die Osteochondrose dissecans auch hier pr\u00e4sent ist.\r\n\r\nR\u00f6ntgenologisch sind unregelm\u00e4\u00dfige Gelenkfl\u00e4chen, kleine Einbr\u00fcche in der Knochenlage im Gelenksbereich und kleine bis Walnussgro\u00dfe, freie Gelenksk\u00f6rper (Gelenksm\u00e4use) zu finden. Die tats\u00e4chliche Gr\u00f6\u00dfe ist schwer abzusch\u00e4tzen, da die Randbereiche nicht unbedingt vollst\u00e4ndig kn\u00f6chern durchgebaut sein m\u00fcssen.\r\n\r\nOCD ist im Verh\u00e4ltnis zu den anderen beschrieben Erkrankungen noch sehr \u201ejung\u201c. Die Herkunft von freien Gelenksk\u00f6rpern war lange durch traumatische Einfl\u00fcsse erkl\u00e4rt worden. Die Erkenntnis, dass es sich hier um eine Stoffwechselerkrankung handelt, hat in den letzten Jahren viele Untersuchungen auf diesem Bereich gefordert. Wissenschaftler, vor allem in Norwegen, Schweden, Holland und Deutschland, stellten deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Pferderassen fest.\r\n\r\nEine Erblichkeit ist bei allen Untersuchungen festgestellt worden. Aber auch diese Erkrankung ist Ern\u00e4hrungsphysiologisch sehr deutlich zu beeinflussen. Ein ung\u00fcnstiges Mineralstoffverh\u00e4ltnis, sowie eine zu Eiwei\u00df- und Energiereiche Aufzucht bedingen diese Erkrankung sehr wesentlich.\r\n\r\nF\u00fcr Z\u00fcchter gilt, Stuten mit OCD nur mit sehr gut ausgesuchten Hengsten zu decken und bei der Aufzucht besonders auf die Ern\u00e4hrung der Jungtiere zu achten. Pferdek\u00e4ufer sollten sich mit ihrem Tierarzt beraten und von Fall zu Fall das Risiko absch\u00e4tzen. Sicher ist, dass ein \u00e4lteres Pferd mit einem kleinen, runden Chip z.B. im Fesselgelenk ein wesentlich geringeres Risiko hat als ein junges Pferd mit einem entsprechend gro\u00dfem Chip z.B. im Knie. Auch spielt bei der Beurteilung der Verwendungszweck des Pferdes eine nicht unerhebliche Rolle. Die doch sehr gut begr\u00fcndbare Vermutung, dass OCD in den kleinen Zwischenwirbelgelenken auftreten kann, hat als Konsequenz, dass junge, unreife Pferde nicht zu fr\u00fch und zu stark im R\u00fccken belastete werden d\u00fcrfen. Die Reitweise hat hier einen wesentlichen Einfluss auf die langfristige Belastbarkeit des gesamten R\u00fcckens.\r\n<h2><strong>Zusammenfassend ist festzuhalten: <\/strong><\/h2>\r\nDie Vererbung von hier beschriebenen Krankheiten konnte in keinem Fall als eindeutig bezeichnet werden. Es kann aber hinsichtlich des Risikos folgende Schlussfolgerung gezogen werden:\r\n<ol>\r\n \t<li>\r\n<h3><strong>Hufrollenentz\u00fcndung<\/strong><\/h3>\r\n<\/li>\r\n<\/ol>\r\nEs besteht eine geringe bis mittelgradige Vererblichkeit. R\u00f6ntgenologisch als stark einzuteilende Strahlbeinver\u00e4nderungen z.B. bei Ankaufsuntersuchungen sind auch ohne bereits bestehende Lahmheit mit einem deutlich erh\u00f6hten Lahmheitsrisiko behaftet.\r\n<ol start=\"2\">\r\n \t<li>\r\n<h3><strong>Arthrose<\/strong><\/h3>\r\n<\/li>\r\n<\/ol>\r\nDirekte Vererblichkeit dieser Erkrankung ist zu vernachl\u00e4ssigen. Wichtig ist die Beurteilung von Stellungsfehlern. Starke Stellungsfehler beg\u00fcnstigen die Ausbildung einer Arthrose. Fr\u00fche Korrektur von Stellungsanomalien ist die beste Prophylaxe.\r\n<ol start=\"3\">\r\n \t<li>\r\n<h3><strong>Gleichbeinerkrankung<\/strong><\/h3>\r\n<\/li>\r\n<\/ol>\r\nGenetisch nicht relevant. Lange und schmale Hufe beg\u00fcnstigen diese Erkrankung. Hufkorrektur ist ein wichtiges Instrument zur Vermeidung von Gleichbeinsch\u00e4den. Besonders befallen sind \u00fcbergewichtige Pferde. Dressurpferde sind relativ h\u00e4ufiger befallen als andere Pferde.\r\n<ol start=\"4\">\r\n \t<li>\r\n<h3><strong>Spat<\/strong><\/h3>\r\n<\/li>\r\n<\/ol>\r\nSpat ist bedingt vererblich. Hier spielt vor allem die X-beinigkeit eine wesentliche Rolle. Durch unphysiologische Ern\u00e4hrung und starke Belastung kommt es bei pr\u00e4disponierten Pferden sehr schnell zu einer Erkrankung. Hochgradig an Spat erkrankte Stuten nicht unbedingt zur Zucht verwenden. Vorsicht bei Gehunlustigen und R\u00fcckenempfindlichen Pferden. Dies ist h\u00e4ufig ein erstes Zeichen z. B. f\u00fcr Spat.\r\n<ol start=\"5\">\r\n \t<li>\r\n<h3><strong>Osteochondrose dissecans (OCD)<\/strong><\/h3>\r\n<\/li>\r\n<\/ol>\r\nEine durch Vererbung sicherlich beeinflussbare Erkrankung. Wichtiger bei dieser Erkrankung ist jedoch die ausgewogene Ern\u00e4hrung im Jungendalter. Zu stark im Wachstum getriebene und zu dick gef\u00fctterte Pferde haben eine deutlich h\u00f6here Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr OCD als andere. Das Ca:P - Verh\u00e4ltnis sollte in der Ern\u00e4hrung besonders beachtet werden.\r\n<h2>Die anatomischen Vorrausetzungen f\u00fcr langfristige Belastbarkeit:<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>symmetrische, breit angelegte Hufe, die im Sinne der Zehenachse verlaufen<\/li>\r\n \t<li>Fesselbein mittlerer L\u00e4nge mit ca. 45 % Neigung<\/li>\r\n \t<li>trockenes Fesselgelenk<\/li>\r\n \t<li>stabiles R\u00f6hrbein, gut eingeschient<\/li>\r\n \t<li>ausgepr\u00e4gtes Vorderfu\u00dfwurzelgelenk<\/li>\r\n \t<li>breit angelegte und schr\u00e4ge Schulter<\/li>\r\n \t<li>korrekte Stellung Vorderbein<\/li>\r\n \t<li>gut gewickeltes, korrektes Hinterbein<\/li>\r\n \t<li>leicht geschwungener, nicht zu langer R\u00fccken<\/li>\r\n<\/ul>\r\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]","type":"rich"}