{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheitsakademie","provider_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/author\/dr-kai-kreling\/","title":"Hufeisengr\u00f6\u00dfe - Was ist \"richtig\"?","html":"Der Beschlag des Pferdes als Schutz des Hufes vor zu starker Abnutzung ist seit hunderten von Jahren eine immer weiter entwickelte Kunst. Die Anspr\u00fcche an das Pferd haben sich im Verlauf der Zeit deutlich ver\u00e4ndert. So wurde aus dem <span style=\"color: #008080;\"><strong>Kampfross<\/strong> <\/span>ein Arbeitspferd und in der neueren Geschichte ein <span style=\"color: #008080;\"><strong>Hochleistungssportler<\/strong><\/span>.\r\n\r\nDer Hufbeschlag musste sich den ver\u00e4nderten Bedingungen anpassen. Noch nie war die z\u00fcchterische Entwicklung so rasant wie heute. Das heutige Sportpferd hat mit dem vor 30 \u2013 50 Jahren genutzten Pferd nur noch ein im Wesentlichen gemeinsames \u00c4u\u00dferes.\r\n\r\n<span style=\"color: #008080;\"><strong>Die Leistung, die von unseren heutigen Sportpferden erbracht wird, ist sprunghaft gestiegen. <\/strong><\/span>Die <span style=\"color: #008080;\"><strong>Anforderungen an den Sport<\/strong><\/span> sind im gleichen Ma\u00dfe gestiegen. Nicht nur <span style=\"color: #008080;\"><strong>hoch<\/strong> <\/span>und <strong><span style=\"color: #008080;\">schnell<\/span> <\/strong>m\u00fcssen Springpferde sein, sondern auch <strong><span style=\"color: #008080;\">technisch<\/span> <\/strong>sind die Parcours deutlich <span style=\"color: #008080;\"><strong>anspruchsvoller<\/strong> <\/span>als fr\u00fcher. Kurze Distanzen, aber auch schnelle, enge Wendungen selektieren die \u201eGuten\u201c von den \u201eSchlechten\u201c.\r\n\r\nBei den <span style=\"color: #008080;\"><strong>Dressurpferden<\/strong> <\/span>wird der Schwung und Ausdruck immer mehr intensiviert. Elastizit\u00e4t wird oft in Seiteng\u00e4ngen und auf engen Wendungen trainiert. Eben diese <span style=\"color: #008080;\"><strong>Elastizit\u00e4t und Wendigkeit gilt es auch im Hufbeschlag zu ber\u00fccksichtigen<\/strong><\/span>. War man vor einigen Jahren noch davon \u00fcberzeugt, dass ein gro\u00dfes Eisen \u00fcber eine gro\u00dfe Fl\u00e4che die Statik des Pferdes deutlich verbessert, so werden wir heute mehr denn je mit Problemen der seitlichen Halteb\u00e4nder (vor allem im Hufgelenksbereich) und arthrotischen Problemen mit Reaktionen der seitlichen Gelenkr\u00e4nder konfrontiert.\r\n\r\nGro\u00dfe Eisen erm\u00f6glichen \u00fcber ihre gro\u00dfe Fu\u00dfungsfl\u00e4che eine Lastverteilung. Aufgefangen wird die Last aber ohnehin \u00fcber die Hufw\u00e4nde und gegebenenfalls dem Strahl bzw. die Hufsohle. Ist der Huf unregelm\u00e4\u00dfig konstruiert oder die Anatomie des Beines kompliziert, kann durch eine teilweise Verbreiterung des Eisens sicherlich eine Verbesserung der Lastverteilung erreicht werden - Dies aber nur im Falle einer besonderen Anatomie.\r\n\r\nNun sind wir uns alle heute bewusst, dass eine Verstellung der Zehenachse eines ausgewachsenen Pferdes nicht mehr zu korrigieren ist. Das Wachstum ist sp\u00e4testens mit 18 Monaten tats\u00e4chlich abgeschlossen. Danach kann das Eisen nur kompensieren.\r\n\r\nZun\u00e4chst muss diskutiert werden, wie ein <strong><span style=\"color: #008080;\">regelm\u00e4\u00dfiger Huf durch ein Hufeisen unterst\u00fctzt<\/span> <\/strong>werden kann. Gro\u00df und rund \u2013 oder eher klein und der Hufform entsprechend. Zwischen diesen zwei Extremen gibt es <span style=\"color: #008080;\"><strong>viele Varianten<\/strong><\/span>, \u00fcber die auch im Einzelfall zu entscheiden ist.\r\n\r\nGrunds\u00e4tzlich wird aber durch die <span style=\"color: #008080;\"><strong>heutige sportliche Anforderung<\/strong><\/span> die Fragestellung sicher deutlich komplizierter. Es bleibt grunds\u00e4tzlich zu bewerten, welchen Sport das Pferd auf welchem Niveau und welchem Boden zu leisten hat. Je h\u00f6her die sportliche Anforderung, desto sensibler muss die Hufeisengr\u00f6\u00dfe betrachtet werden.\r\n\r\nEin Dressurpferd, das auf hohem Niveau trainiert wird, kann mit gro\u00dfen Eisen eher Probleme bekommen. Enge Wendungen und Seiteng\u00e4nge werden mit steigendem reiterlichen Anspruch deutlich intensiviert. Geht ein Pferd Traver, springt es eine Pirouette oder wendet ein Springpferd nach einem Sprung eng, so muss es \u00fcber die seitliche Hufwand \u201eabrollen\u201c. Die Thematik des Abrollens wird im Bereich der Zehenspitze als Zehenrichtung seit vielen Jahren im Hufbeschlag praktiziert. Genauso muss heute \u00fcber eine Abrollerleichterung in der seitlichen Bewegungsrichtung nachgedacht werden. Wenig oder gar keine Garnitur, bodenenge R\u00e4nderung und eventuell eine Hufeisengr\u00f6\u00dfe kleiner sind die zu \u00fcberlegenden Ma\u00dfnahmen. Je enger die Wendung, desto weiter nach hinten muss das Eisen diese seitliche Abrollunterst\u00fctzung geben. Grunds\u00e4tzlich muss bei einem eng gelegten Eisen oder \/ und bodenenger R\u00e4nderung die Statik des Hufes ber\u00fccksichtigt werden. Zu enge Eisen bei steilen Hufw\u00e4nden oder sogar eingezogenen Trachten wirkt sich eher nachteilig auf die Biomechanik des Hufes aus.\r\n\r\nAuch<span style=\"color: #008080;\"><strong> krankhafte Ver\u00e4nderungen<\/strong><\/span> an den Gliedma\u00dfen und besondere <span style=\"color: #008080;\"><strong>Bewegungsanomalien<\/strong> <\/span>sind bei der Wahl des Hufeisens wesentliche Entscheidungsfaktoren. Leider gibt es f\u00fcr die Gr\u00f6\u00dfe des Hufeisens nur wenige quantitative Messgr\u00f6\u00dfen. Wissenschaftliche Untersuchungen zu dieser Thematik sind nur im Ansatz durchgef\u00fchrt und entsprechende Ableitungen f\u00fcr die t\u00e4gliche Praxis zurzeit noch auf empirische Daten bezogen. Eine Diskussion zu diesem Thema soll daher angeregt werden.","type":"rich","thumbnail_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Verletzter-Huf-150x150-1465982804.jpg","thumbnail_width":150,"thumbnail_height":150}