{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheitsakademie","provider_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/author\/dr-kai-kreling\/","title":"Hufgeschw\u00fcr","html":"<h2><strong>Was ist ein Hufgeschw\u00fcr?<\/strong><\/h2>\r\nEin Hufgeschw\u00fcr ist eine Infektion im Bereich der Lederhaut des Hufes. Es kommt zu einem Abszess. Der Huf des Pferdes ist eine gro\u00dfe hornige Kapsel, die an seiner Innenseite mit der Huflederhaut verbunden ist. Die Huflederhaut ist eine lebendige Struktur mit Blutgef\u00e4\u00dfen und Nerven, w\u00e4hrend die Hornkapsel selbst nur aus Hornzellen besteht.\r\n\r\nDringt ein Fremdk\u00f6rper durch die isolierende und sch\u00fctzende Hornschicht hindurch, kommt es schnell zum Hineintragen von Schmutzpartikel in die unter der Hornschicht liegende Lederhaut. Eine <strong>Infektion<\/strong> findet statt und in der Folge kommt es zu einem <strong>Abszess<\/strong>. Der durch die Abszesskapsel entstehende Druck kann sich nicht ausdehnen und die sensible Lederhaut wird gequetscht. Dieser Prozess bzw. die <strong>schlagartig entstehende Schmerzhaftigkeit<\/strong> kann sehr schnell innerhalb von weniger als einer Stunde ablaufen und die Symptomatik bis zum nicht mehr belasten der Gliedma\u00dfe f\u00fchren. Aufgrund der hochgradigen Entz\u00fcndung kommt es zu einer maximalen Durchblutung dieses Hufbereiches. Die versorgenden Blutgef\u00e4\u00dfe, die <strong>Arterien pochen<\/strong> extrem, was sehr einfach innen und au\u00dfen an der Fessel des Pferdes sp\u00fcrbar wird.\r\n<h2><strong>Was ist zu tun?<\/strong><\/h2>\r\nIst der Abszess in einem <strong>fortgeschrittenen Stadium<\/strong>, dann ist das Pferd auch deutlich <strong>lahm<\/strong>. Durch Abtasten mit einer Hufzange ist der Schmerz und damit indirekt auch die Lokalisation des Hufgeschw\u00fcrs festzustellen. Genau an der Stelle des maximalen Schmerzes wird dann mit einem Hufmesser <strong>ein m\u00f6glichst kleiner Kanal geschnitten<\/strong>, bis die <strong>Abszessfl\u00fcssigkeit<\/strong> nach au\u00dfen <strong>abl\u00e4uft<\/strong>. Ist der Druck weg, l\u00e4uft das Pferd nach kurzer Zeit wieder schmerzfrei. Das geschnittene Loch muss desinfiziert werden und bei gr\u00f6\u00dferen L\u00f6cher auch ein Hufverband angelegt werden. So kann nicht neuer Schmutz in den Kanal eindringen und eine erneute Infektion verursachen.\r\n\r\nManchmal ist der <strong>Schmerz noch nicht extrem ausgepr\u00e4gt<\/strong> und damit auch nicht genau einzugrenzen. In dieser Phase ist die Reifung des Abszesses noch nicht abgeschlossen. Ein <strong>Hufverband mit einem Anguss<\/strong> weicht die Hornkapsel in dieser Phase etwas auf und mit ein wenig Gl\u00fcck bricht das Hufgeschw\u00fcr von alleine durch die etwas aufgeweichte Hornkapsel durch.\r\n\r\nIn extremen Situationen kann das Hufgeschw\u00fcr nach oben zum Saumband hin durchbrechen. Dies passiert meist dann, wenn die Hornkapsel aus sehr hartem und festem Horn aufgebaut ist. Ein Aufbrechen des Abszesses nach oben ist nicht dramatisch. Auch hier sollte ein Hufverband einer Reinfektion des Abszesses vorbeugen.\r\n<h2><strong>Was kann prophylaktisch unternommen werden?<\/strong><\/h2>\r\n<strong>Regelm\u00e4\u00dfiges Hufauskratzen<\/strong> und vor allem das <strong>Entfernen kleiner, spitzer Steinchen<\/strong> aus der wei\u00dfen Linie beugt einem Hufabszess am effektivsten vor. Die wei\u00dfe Linie ist ein mit hellem etwas lockererem und hellerem Horn aufgef\u00fcllten Spalt zwischen dem Tragrand und der Sohlenfl\u00e4che. Aus diesem Grunde hei\u00dft dieser Bereich auch wei\u00dfe Linie. Durch die weichere Konsistenz k\u00f6nnen Steinchen dort auch schneller eingetreten werden und sich immer weiter nach oben schieben. Nach ca. 1 -2 cm erreichen sie die Lederhaut und die Infektion findet statt.\r\n\r\nEs gibt auch <strong>Pferde mit einer extrem d\u00fcnnen Hufsohle<\/strong>. Diese Pferde sind durch den verringerten Schutzfaktor der d\u00fcnnen Sohle f\u00fcr die Entwicklung von Hufgeschw\u00fcren sehr <strong>empfindlich<\/strong>. Ein permanenter <strong>Hufschutz<\/strong> mit Eisen, Kunststoffbeschlag oder auch im Einzelfall mit Hufschuhen kann dort spontan das Problem l\u00f6sen.\r\n\r\n<strong>Die Qualit\u00e4t der Hornsubstanz ist ern\u00e4hrungsbedingt zu unterst\u00fctzen.<\/strong> Erfahrungsgem\u00e4\u00df funktioniert das mit Kombinationspr\u00e4paraten mit Biotin und bestimmten Mineralien.\r\n\r\nEine t\u00e4gliche Zugabe von <strong>Farriers formula hat sich in der Praxis daf\u00fcr extrem gut bew\u00e4hrt<\/strong>.","type":"rich"}