{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheitsakademie","provider_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/author\/dr-kai-kreling\/","title":"Insekten","html":"<h2><strong>Plagegeister unserer Pferde! <\/strong><\/h2>\r\nJedes Jahr zu Beginn der Weidesaison ist der Insektenbefall ein besonderes Thema. Dar\u00fcber wann welches Insekt besonders gef\u00e4hrlich ist und wie man sich dagegen sch\u00fctzen kann wird in Pferdebesitzerkreisen oft kontrovers diskutiert. Tats\u00e4chlich sind Fliegen-, Bremsen- und M\u00fcckenbefall ein ernstes Thema, das die Gesundheit und die Lebensqualit\u00e4t unserer Pferde stark beeinflusst.\r\n\r\nEs gibt die verschiedensten Insekten, die zu unterschiedlichsten Jahreszeiten aktiv sind und auch unterschiedliche Schadwirkungen hervorrufen. Die Pferde auf der Weide sind diesen Plagegeistern ausgeliefert. Pferde versuchen durch das Schlagen mit dem Kopf, den Beinen und dem Schweif diese l\u00e4stigen Plagegeister zu vertreiben. Bei besonders starkem Befall mit stechenden Fliegen werden manche Pferde fast panisch und brechen durch Z\u00e4une oder verletzen sich in ihrer Flucht an B\u00e4umen, Str\u00e4uchern oder anderen Hindernissen auf der Weide.\r\n\r\nEine der bekanntesten Fliegen ist die Magendasselfliege. Mit den an den Innenseiten der Beine angeklebten gelblichen Eiern ist die Anwesenheit dieser Fliege auch leicht zu erkennen. Sie bel\u00e4stigen die Pferde ansonsten nicht.\u2028W\u00e4hrend der Sommermonate peinigen aber auch andere Fliegen und vor allem die Bremsen unsere Pferde und manchmal auch die Reiter. Die Stiche der Bremsen und Stechfliegen verursachen auf der Haut kleine regionale Schwellungen \/ Quaddeln. An den Einstichstellen treten kleine Blutstropfen aus, die wieder f\u00fcr andere blutsaugende Insekten attraktiv sind.\u2028Nicht nur die direkten Sch\u00e4den sind Folgen dieser Fliegen- und Bremsenstiche, sondern auch die \u00fcbertragbaren Krankheiten k\u00f6nnen f\u00fcr Pferde problematisch werden. Parasiten, Bakterien, Viren, andere Mikroorganismen und auch giftige Substanzen werden durch den Biss oder Stich der Insekten auf das Pferd \u00fcbertragen. So kommt es als Folge dieser Insektenstiche zu Haut- und Augenentz\u00fcndungen, Reizungen der Schleimh\u00e4ute und durch die \u00dcbertragung von Larven zur Entstehung von Sommerwunden. \u00dcbertragene Viren k\u00f6nnen infekti\u00f6se An\u00e4mie, Hirnhautentz\u00fcndung und Bl\u00e4schenausschlag verursachen.\r\n<h2><strong>Wie sch\u00e4digen Insekten das Pferd? <\/strong><\/h2>\r\nDie oben aufgef\u00fchrte Magendasselfliege sticht und bei\u00dft das Pferd nicht. Sie klebt lediglich ihre l\u00e4nglich gelben Eier an den Innenseiten der Pferdebeine an. Die Pferde lecken an den Beinen und der Speichel der Pferde l\u00f6st den Kleber, so dass die Eier mit der Zunge des Pferdes aufgenommen werden. Es kommt zu einer Larvenentwicklung in der Maulschleimhaut, der Schlundschleimhaut und dem Magen. Im Magen sind die weiterentwickelten Magendassellarven dann durch entsprechende \"Wurmkuren\" gegen Ende des Jahres bek\u00e4mpfbar. Eine gro\u00dfe Anzahl dieser Magendasseln kann zu massiven Koliksymptomen f\u00fchren. Bei intensivem Befall lohnt sich die Entfernung der Eier an den Vorderbeinen mit einer Rasierklinge bevor sie von den Pferden aufgenommen werden. Ansonsten empfiehlt sich eine Routineentwurmung.\u2028Gnitzen sind eine stechende Insektenart die Pferde bef\u00e4llt. Durch eine allergiesierende Wirkung kommt es zu massivem Juckreiz und es kann zu Auspr\u00e4gung des Sommerekzems vor allem bei Isl\u00e4ndern kommen. Sehr viele dieser Gnitzen stechen im Bereich der M\u00e4hne oder dem Schweifansatz. Fliegendecken helfen oft sehr effizient diese f\u00fcr Pferde sehr schmerzhaften Hautreaktionen zu vermeiden.\u2028Die Kriebelm\u00fccke tritt mit oft spektakul\u00e4ren Folgen auf. Speziell an den ersten warmen und sonnigen Fr\u00fchlings- oder Fr\u00fchsommertagen schl\u00fcpfen die \u00fcberwinterten Larven in Massen und befallen Pferde auf der Weide. Kleine nadelstichartige Einstiche an wenig behaarten Stellen sind f\u00fcr diese Insekten typische Anzeichen. Pferde reagieren auf das Gift der Kriebelm\u00fccke mit Pusteln \u00fcber den gesamten K\u00f6rper verteilt, mit Koliksymptomen und in extremen F\u00e4llen mit Herz- und Kreislaufversagen.\r\n\r\nDie sogenannte Augenfliege findet man wie ihr Name schon verr\u00e4t an Kopf- und Augenregion. An den Stellen um Auge und Maul beraspelt sie die Haut mit der rauen Oberfl\u00e4che ihres R\u00fcssels. Die dadurch verursachten Reizungen der Haut und Schleimhaut f\u00fchren zu Augenentz\u00fcndungen und Tr\u00e4nenfluss. Auch Wundheilung wird durch diese Fliege gest\u00f6rt. Sie leckt Wundsekret und verz\u00f6gert durch mechanische Irritationen die Wundheilung. Beim Lecken von Wunden \u00fcbertragen sie auch Krankheitserreger, die speziell an Wundfl\u00e4chen schnell und effektiv zu Folgeinfektionen f\u00fchren k\u00f6nnen. Trockene, warme Tage im Hochsommer sind f\u00fcr diese Fliegen Hochsaison. Jetzt sitzen sie in Trauben an den K\u00f6pfen der Pferde und speziell der Augenregion.\r\n\r\nDie kleine Kopffliege ist nur ca. 3 mm gro\u00df. Diese kleinen Fliegen \u00e4rgern Mensch und Tier und befinden sich an Kopf und vor allen an den Ohren. Wir alle kennen die Situation im Hochsommer, wenn vor allem in der D\u00e4mmerung kleine Fliegen um den Kopf schwirren, gegen die man sich nur schwer wehren kann. Den Pferden geht es dabei \u00e4hnlich. Gegen Abend schlagen sie extrem mit dem Kopf, werden zunehmend unruhiger und in manchen F\u00e4llen galoppieren sie fluchtartig \u00fcber die Wiese. Im Stall ist der Befall deutlich geringer. In extremen Situationen hilft es die Pferde zu dieser Tageszeit in den Stall zu stellen.\r\n\r\nBremsen sind die st\u00e4rksten Peiniger f\u00fcr das Pferd. Es sind gro\u00dfe bis mittelgro\u00dfe Insekten. An schw\u00fclen Sommertagen sind sie besonders aktiv. Der Stich schmerzt und Pferde reagieren darauf extrem. Sie sind unruhig, fressen nur z\u00f6gernd und versuchen sich durch das Schlagen mit Schweif und Kopf gegen diese Qu\u00e4lgeister zu sch\u00fctzen.\r\n\r\nZecken gibt es auch beim Pferd. In waldreichen Umgebungen sind sie eher zu finden als im flachen Land. Warmes und feuchtes Fr\u00fchjahrswetter beg\u00fcnstigt die Entwicklung der Zecken. Zecken verursachen keine direkte Irritation des Pferdes. Der Zeckenbiss als solches ist nicht schmerzhaft. Die \u00dcbertragung von Krankheitserregern steht beim Zeckenbefall im Vordergrund. In den letzten Jahren wird immer h\u00e4ufiger \u00fcber die Infektion mit Borreliose durch Zeckenbiss auch bei Pferden berichtet. Hautentz\u00fcndungen, Abmagerung, Gelenkschmerz und andere Symptome k\u00f6nnen durch die von Zecken \u00fcbertragenen Borrelien verursacht werden. Soweit m\u00f6glich sollte man auch die Einbissstelle der Zecke beobachten. Gibt es einen roten Hof um den Bereich an dem die Zecke gebissen hat, so sollte der Tierarzt hinzugezogen werden.\r\n<h2><strong>Wie sch\u00fctzt man Pferde gegen Insekten? <\/strong><\/h2>\r\nEin Pferd ist auf der Weide sicherlich nicht st\u00e4ndig in Lebensgefahr, weil dort Fliegen und Bremsen sie attackieren. Doch hilft eine gute Insektenbek\u00e4mpfung die Plage und die Gefahren f\u00fcr unsere Pferde zu reduzieren.\u2028In den Sommermonaten ist Fliegen- und Bremsenbefall am deutlichsten. Sind die Tage extrem hei\u00df und trocken empfiehlt es sich auch aus Gr\u00fcnden des W\u00e4rmehaushaltes die Pferde nachts auf die Weide und tags\u00fcber im Stall zu halten. Nicht \u00fcberall ist die m\u00f6glich. Ein effizienter Schutz gegen Fliegen sind die heute aus verschiedensten Materialien gefertigten Fliegendecken. Auf einer Weide mit Baum- und Heckenbestand sind diese Decken allerdings h\u00e4ufig schnell kaputtgerissen.\r\n\r\nEs gibt etliche verschiedene Wirkstoffe, die als Fliegenschutz angeboten werden. Vom Rosenholz\u00f6l, \u00fcber das F\u00fcttern mit Knoblauch oder K\u00fcmmel bis hin zu vielen anderen pflanzlichen Futterstoffen die im Handel angeboten werden ist das Angebot un\u00fcberschaubar geworden. Ein Mittel der Wahl zur deutlichen Reduktion des Fliegen- und Bremsenbefalles hat sich bis heute hier nicht herauskristallisiert. Auf Seiten der Pharmaindustrie hat man sich dieser Problematik auch angenommen. Der Wirkstoff Permethrin ist ein Mittel, das zumindest in der Literatur sehr hohe Effekte am Tier zeigt. Die M\u00fccken-, Fliegen- und Bremsensituation soll f\u00fcr einige Tage deutlich reduziert werden k\u00f6nnen. Regen w\u00e4scht jeden Wirkstoff wieder ab. Hingegen soll Schwitzen der Pferde nicht zu einer Neutralisation der Wirkung f\u00fchren.\r\n\r\nEine f\u00fcr die jeweilige Situation abgestimmtes Insektenbek\u00e4mpfungsma\u00dfnahme sollte jeder im Sinne der Gesunderhaltung seiner Pferde durchf\u00fchren. Die Infektionsabwehr spielt hier eine ebenso wichtige Rolle wie die Optimierung der Lebensqualit\u00e4t und damit die Erhaltung der Leistungsf\u00e4higkeit unserer Pferde.","type":"rich"}