{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheitsakademie","provider_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/author\/dr-kai-kreling\/","title":"R\u00fccken des Pferdes","html":"<strong>Das Thema - Anreiten junger Pferde \u2013 ist immer aktuell. <\/strong>\r\n\r\nDie dreij\u00e4hrigen m\u00fcssen jetzt mit dem Sattel vertraut werden, damit eventuell die eine oder andere Materialpr\u00fcfung geritten werden kann. Dies ist ein wichtiger Faktor f\u00fcr die Vermarktung der Nachzucht in einem Zuchtstall.\r\n\r\n<strong>Aber Vorsicht, nicht Vermarktung um jeden Preis. <\/strong>\r\n\r\nSo beginnt auch die klassische Karriere eines Voltigierpferdes.\r\n\r\nAbgesehen von der individuellen Entwicklung der Pferde ist die Belastung des R\u00fcckens und die noch nicht trainierte R\u00fcckenbemuskelung ein wichtiger Entscheidungsfaktor, wie und vor allem wie viel ein junges Pferd schon gearbeitet werden kann. Ist das Pferd schon gut entwickelt, ist die Bemuskelung schon entsprechend vorhanden, dann entscheiden verschiedene Kriterien \u00fcber ein erfolgreiches und vor allem langfristig ausgelegtes Anreiten \/ Antrainieren des Pferdes.\r\n<h2><strong>Ziel der Ausbildung ist seit Jahrzehnten durch die Richtlinie Reiten und Fahren vorgegeben.<\/strong><\/h2>\r\nAlle stimmen der Ausbildungsskala zu, doch nur wenige beachten sie in der Praxis. Takt, Schwung, Losgelassenheit und Anlehnung sind einige der ersten wichtigen Schritte, die es zu beachten gibt. Statisch sind diese so einfach klingenden Ziele der Ausbildung f\u00fcr das Pferd sehr schwer zu erreichen. Um das Gewicht des Reiters, schlussendlich auch der Voltigierer nur mit der eigenen Bewegungsmechanik in Einklang zu bringen, muss das Pferd seine k\u00f6rperlichen Voraussetzungen so einsetzen, dass dies ohne Schaden an der eigenen Gesundheit mittel- und langfristig m\u00f6glich ist.<em>\u00a0<\/em>\r\n\r\n<em><img class=\"size-full wp-image-3208 alignleft\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/r\u00fccken1.png\" alt=\"\" width=\"296\" height=\"192\" \/>Ein aufgew\u00f6lbter R\u00fccken hilft die Last auf die Strukturen zu verteilen, die statisch dazu in der Lage sind.<\/em>\r\n\r\nDer <strong>R\u00fccken, als der \u201eTr\u00e4ger\u201c der Last<\/strong> muss die Fundamente, die Beine, in statischer Verbindung f\u00fchren. Dazu muss der <strong>Hals als ein Hebel<\/strong> die den Brustkorb hebende Muskulatur nach unten bewegen. Das Hinterbein hilft dieser Konstruktion, indem es die <strong>Hinterbeine weit unter das Gewicht des Reiters \/ Voltigierers <\/strong>f\u00fchrt und damit der Aufw\u00e4rtsbewegung des Brustkorbes unterst\u00fctzt.\r\n\r\nDiese Mechanik funktioniert nur dann, wenn der Hals als ein langer Hebel eingesetzt wird. Praxis ist, dass der Kopf und der Hals zwar nach unten \u201egezwungen\u201c werden, aber durch eine kurze und aufgew\u00f6lbte Halslinie der R\u00fccken eher in Form eines Hohlkreuzes als einer tragenden Br\u00fccke gehalten wird. Das Hohlkreuz f\u00f6rdert das Durchh\u00e4ngen der Wirbels\u00e4ule im Sattelbereich. Der Brustkorb \u201eh\u00e4ngt\u201c zwischen Vorder- und Hinterbein, statt zwischen den Gliedma\u00dfen als Bindeglied getragen zu werden (fehlende Br\u00fcckenkonstruktion).\r\n<p style=\"text-align: center;\"><em><img class=\"size-full wp-image-3209 aligncenter\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/r\u00fccken2.png\" alt=\"\" width=\"472\" height=\"266\" \/>Der R\u00fccken h\u00e4ngt durch - die Bewegung des Pferdes kann sich nicht entwickeln, weil das Reiter-\/ Voltigierergewicht in dieser Position behindert.<\/em><\/p>\r\n&nbsp;\r\n<h2><strong>Training der Halsmuskulatur, der R\u00fcckenmuskulatur und der Hinterbeinbemuskelung sind eine unabdingbare Voraussetzung daf\u00fcr. <\/strong><\/h2>\r\nEin gezieltes Training setzt allerdings voraus, dass der Reiter die F\u00e4higkeit, die Zeit und das Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr aufbringt im Sinne der langfristigen Nutzung das Pferd zu trainieren. Eine reiterliche Grundausbildung ist f\u00fcr ein Voltigierpferd ein aktiver Gesundheitsschutz.\r\n<h2><strong>Was passiert, wenn das Pferd nicht \u201eklassisch\u201c trainiert wird? <\/strong><\/h2>\r\nDurch das \u201eschnelle\u201c Ausbilden der Pferde, hat die Muskulatur nicht die Chance sich in der gew\u00fcnschten Art und Weise zu entwickeln und trainiert zu werden. Das Pferd hilft sich, indem es mehr recht als schlecht den Reiter durch die Gegend tr\u00e4gt.\r\n\r\nAnatomisch belastet diese Haltung die Wirbels\u00e4ule in einem extremen Ma\u00df. Die Wirbels\u00e4ule im Bereich der Sattellage besteht aus mit kleinen Gelenken verbundene Wirbelk\u00f6rpern, die nach oben sogenannte Dornforts\u00e4tze als kn\u00f6cherne Ausziehungen besitzen. Eine durchh\u00e4ngende Wirbels\u00e4ule wird eher eine Reaktion an den Dornforts\u00e4tzen verursachen, als eine aufgew\u00f6lbte. Das Bild zeigt uns die Grundkonstruktion der sich im Verlauf der Sattellage in ihrer Ausrichtung zusammenlaufenden Dornforts\u00e4tze. Im vorderen Bereich sind diese Knochenausziehungen nach hinten, im mittleren Verlauf nach oben und im hinteren Sattelbereich eher nach vorne gerichtet.\r\n\r\nWird durch das \u201eAufw\u00f6lben\u201c der Wirbels\u00e4ule das Ber\u00fchren der Dornforts\u00e4tze verhindert, kann es nicht zu der so oft gestellten Diagnose des \u201ekissing spines\u201c kommen.\r\n<h2><strong>Was hei\u00dft eigentlich \u201ekissing spine syndrom\u201c? <\/strong><\/h2>\r\nWie so vieles ist auch der Ausdruck des \u201ekissing spines\u201c aus dem Englischen \u00fcbernommen worden. Es bedeutet, dass sich die <strong>Wirbel<\/strong>, die \u201espines\u201c, in der Bewegung ber\u00fchren \u2013 k\u00fcssen \u201ekissing\u201c und so <strong>aneinander scheuern<\/strong> und damit ein <strong>schmerzhaftes<\/strong> Geschehen beim Pferd verursachen. Die Wirbels\u00e4ule schmerzt, das Pferd zieht den R\u00fccken noch mehr weg und die ohnehin schon <strong>durchh\u00e4ngende R\u00fcckenlinie<\/strong> wird sich noch mehr nach unten, statt idealerweise nach oben w\u00f6lben. Dieser <strong>Teufelskreis<\/strong> kann sich dann im Laufe der Zeit immer mehr dramatisieren. Im extremen Fall sind solche Pferde nicht mehr als Reitpferde und schon gar nicht als Voltigierpferde nutzbar.\r\n<p style=\"text-align: center;\"><em><img class=\" wp-image-3210 aligncenter\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/r\u00fccken3.png\" alt=\"\" width=\"367\" height=\"275\" \/>Links im Bild erkennt man noch einen gewissen Abstand zwischen den Dornforts\u00e4tzen. Je weiter man nach rechts kommt, desto geringer werden die Abst\u00e4nde und ber\u00fchren sich auch deutlich.\r\n-&gt; deutliches \u201eKissing spine syndrom\u201c<\/em><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\r\n\r\n<h2><strong>Wie kann man das verhindern? <\/strong><\/h2>\r\nVoraussetzung speziell beim Voltigierpferd, ist ein \u201ereifes\u201c Pferd. Ist die <strong>k\u00f6rperliche Entwicklung ausreichend<\/strong>, so ist das Pferd auch grunds\u00e4tzlich dreij\u00e4hrig schon in der Lage Last jeder Art zu tragen.\r\n\r\nWichtig f\u00fcr ein korrektes Anreiten eines Pferdes ist der <strong>passende Sattel<\/strong>. Es reicht besonders beim jungen, noch nicht gerittenen Pferd nicht aus, irgendeinen Sattel auf das Pferd zu legen und damit das Pferd einzureiten. Der vordere Anteil der Sattellage des Pferdes ist deutlich belastbarer als die Mitte oder gar der hintere Anteil. <strong>Ein unpassender Sattel<\/strong> mit oft nach hinten verlagerten Druckauflagepunkten <strong>verhindert die korrekte Aufw\u00f6lbung des R\u00fcckens<\/strong> und ist damit ein echter <strong>Gesundheitssch\u00e4digender<\/strong> <strong>Faktor<\/strong>.\r\n<p style=\"text-align: center;\"><em><img class=\" wp-image-3211 aligncenter\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/r\u00fccken4.png\" alt=\"\" width=\"536\" height=\"271\" \/>Mit gr\u00fcnen Pfeilen beschriftete Bereiche sind deutlich belastbarer als die mit rot gekennzeichneten.<\/em><\/p>\r\nDer <strong>Reiter<\/strong> sollte zumindest <strong>ausbalanciert<\/strong> sitzen k\u00f6nnen und \u00fcber eine entsprechende <strong>reiterliche Grundausbildung<\/strong> verf\u00fcgen. Ein Reiter, der das Nahziel nicht kennt und nicht wei\u00df wohin er das Pferd f\u00f6rdern soll, ist nicht geeignet, ein junges Pferd anzureiten. Das Pferd darf in der ersten Zeit in der t\u00e4glichen Arbeit nur m\u00e4\u00dfig belastet werden. 15 - 20 Minuten unter dem Reiter sind zu Beginn die maximale Zeitdauer. Je nach Konditionierung kann der Belastungsrahmen ausgebaut werden.\r\n\r\nBelastet werden soll das Pferd nur bis zu dem Punkt, an dem es von sich aus mitmacht. In der ersten Zeit sollte <strong>nicht \u00fcber den Erm\u00fcdungspunkt hinweg<\/strong> trainiert werden. Stangentreten, klettern im Gel\u00e4nde und sachgem\u00e4\u00dfes Vorw\u00e4rtsreiten unter dem Sattel ohne zu enge Halsung und dem Nasenr\u00fccken kurz vor der Senkrechten sind gute Voraussetzungen, damit das Pferd die richtige Muskulatur trainiert und damit auch langfristig in der Lage ist, das Reitergewicht \/ die Voltigererlast m\u00f6glichst verschlei\u00dfarm zu tragen.\r\n<p style=\"text-align: center;\"><em><img class=\"wp-image-3212 aligncenter\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/r\u00fccken5.png\" alt=\"\" width=\"504\" height=\"342\" \/>Vorw\u00e4rtsabw\u00e4rtsbewegung der Halswirbels\u00e4ule, damit Heben des Brustkorbes und eine aktive Hinterbeinmechanik helfen das Reitergewicht m\u00fchelos zu tragen.<\/em><\/p>\r\nEine geduldige und fachlich kompetente Ausbildung des jungen Pferde ist eine Gesundheitserhaltende Ma\u00dfnahme. Kurzfristige \u201eVermarktungsfreundliche\u201c Ausbildungsvarianten sind nicht Pferdegerecht und erh\u00f6hen die Gefahr, dass Pferde nur kurzfristig in der Lage sind, sportlich eingesetzt werden zu k\u00f6nnen.\r\n\r\nDie korrekte Grundausbildung ist ein absolut grundlegender Faktor bei der Nutzung als Voltigierpferd. Balance und die F\u00e4higkeit den R\u00fccken aufzuw\u00f6lben und die Last entsprechend zu tragen und zu verteilen, beugt Verschlie\u00df vor, erh\u00f6ht die Arbeitswilligkeit und erh\u00e4lt die Gesundheit des Pferdes. Ein zufriedenes, gut trainiertes Voltigierpferd ist in der Lage auch die st\u00e4ndigen Lastwechsel sicher zu \u00fcberbr\u00fccken. Der Sicherheitsfaktor steigt also nicht nur f\u00fcr das Pferd, sondern reflektiert auch unmittelbar auf die Sicherheit der Voltigierer.","type":"rich","thumbnail_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/r\u00fccken1-150x150.png","thumbnail_width":150,"thumbnail_height":150}