{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheitsakademie","provider_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/author\/dr-kai-kreling\/","title":"Fr\u00fchjahr = Weidezeit \u2013 welche Pflanzen sind ein Problem?","html":"Es ist Fr\u00fchjahr. Alles gr\u00fcnt und bl\u00fcht. Die Weidezeit beginnt und nach einer langen Wintersaison sind auch die Pferde ganz wild auf das erste zarte Gr\u00fcn. Aber Vorsicht \u2013 neben den allseits bekannten Problemen mit dem jungen Gras und der besonderen Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Kolik, Hufrehe usw. wachsen auch viele verschiedene Pflanzen auf der Wiese, die f\u00fcr Pferde giftig sind. Pferde sind in Bezug auf die Futterauswahl sehr genau. Sie selektieren das zu fressenden Futter vor der Aufnahme sehr gut oder spucken die oft bitteren, giftigen Pflanzenanteile sofort wieder aus. Gerade jetzt zu Beginn der Weidesaison ist der Hei\u00dfhunger besonders gro\u00df und die Selektion der zu fressenden Pflanzen nicht immer so penibel wie es sein sollte. So kann es passieren, dass giftige Stoffe aufgenommen werden und zu verschiedensten Gesundheitsproblemen f\u00fchren. Vorsicht auch bei den Pferden, die auf einer kleinen Weide stehen, Langeweile haben und dann, auch wenn es nicht so gut schmeckt, die eine oder andere Pflanze zu sich nehmen, die giftig ist. Ein Beispiel ist das an einer Anbindestange aus Holz angebundene Pferd, das nach einiger Zeit zum Zeitvertreib auch das Holz der Stange anknabbert. Ist der Anbindebalken zum Beispiel aus Eibenholz, ist die Katastrophe vorprogrammiert.\r\n\r\nDie Symptome nach Aufnahme von Giftstoffen aus Pflanzen ist je nach Wirkstoff v\u00f6llig unterschiedlich. Zittern, Koliksymptome, schwankender Gang und Erregung sind nur einige Beispiele daf\u00fcr. Das \u201eGegengift\u201c ist nur selten verf\u00fcgbar. Schnelle Hilfe kurz nach Aufnahme der giftigen Pflanze k\u00f6nnte eine Magensp\u00fclung, die Gabe von abf\u00fchrenden Substanzen wie Paraffin oder Gifte bindende Stoffe wie zum Beispiel Kohle sein. Eine Behandlung der Symptome ist oft die einzige Ma\u00dfnahme nach einsetzen der Vergiftungssymptome. Die Gabe von Infusionen, entz\u00fcndungshemmende Substanzen und Schmerzmitteln sind einige Beispiele daf\u00fcr.\r\n\r\nViele der h\u00fcbsch bl\u00fchenden Pflanzen sind giftig. Einige werden hier vorgestellt. F\u00fcr weitere Informationen kann unter der Internetadresse www.vetphar.unizh.ch\/giftdb\/giftf.htm nachgelesen werden.\r\n\r\n<strong>Hier einige Beispiele f\u00fcr Pflanzen, die f\u00fcr das Pferd giftig sind: <\/strong>\r\n\r\n<strong>Oleander<\/strong>\r\nEin Zierstrauch, der gr\u00fcn oder auch getrocknet stark giftig ist. 15 \u2013 20 Gramm sind f\u00fcr das Pferd t\u00f6dlich. Erste Symptome sind Apathie, Kolik, Durchfall, Schwitzen, Herzarrhytmie und Schleimhautentz\u00fcndungen.\r\n\r\n<em><img class=\"alignnone size-full wp-image-3237\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Oleander.png\" alt=\"\" width=\"494\" height=\"284\" \/>\r\nOleander <\/em>\r\n\r\n<strong>Algen<\/strong>\r\nk\u00f6nnen in T\u00fcmpeln auf Pferdeweiden vereinzelt vorkommen. Spezielle Algen k\u00f6nnen in kleinen Mengen schon sehr schnell zum Tod f\u00fchren. Erste Symptome sind Kolik, Durchfall, Atemnot, blaue Schleimh\u00e4ute und Muskelzittern.\r\n\r\n<strong>Lebensbaum<\/strong>\r\nH\u00e4ufig als Zierstrauch verwendet. Bis 1,5 Kilogramm werden vom Pferd toleriert. Bei \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Aufnahme kommt es zu Reizungen der Schleimh\u00e4ute bis hin zur Magenschleimhautentz\u00fcndung, Nierensch\u00e4digung und Muskelkr\u00e4mpfen.\r\n\r\n<em><img class=\"alignnone wp-image-3235\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Lebensbaum.png\" alt=\"\" width=\"494\" height=\"336\" \/>\r\nLebensbaum <\/em>\r\n\r\n<strong>Stechapfel<\/strong>\r\nEine als Strauch wachsende Pflanze, die bis 1 Kilogramm nicht problematisch ist. Die erkrankten Pferde fressen nicht mehr, zeigen Durchfall, weite Pupillen, starken Harndrang eine erh\u00f6hte Atem- und Herzfrequenz.\r\n\r\n<strong>Eiche<\/strong>\r\nAuch die Eiche ist giftig. Doch m\u00fcssen bis zum Auftreten der ersten Symptome mindestens 8 Kilogramm Eicheln, Bl\u00e4tter oder Rinde gefressen werden. Dann zeigen diese Pferde Kolik, Verstopfung, danach blutigen Durchfall, gelbe Schleimh\u00e4ute und Atemnot.\r\n\r\n<strong>Adonisr\u00f6schen<\/strong>\r\nEine auf trockenen B\u00f6den wachsende, gelb bl\u00fchende Pflanze, die ab 10% Anteil im Heu giftig ist. Symptome sind auch hier Kolik, Magen\/Darmentz\u00fcndung und ein getr\u00fcbtes Bewusstsein.\r\n\r\n<em><img class=\"alignnone wp-image-3232\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Adonisr\u00f6schen.png\" alt=\"\" width=\"492\" height=\"325\" \/>\r\nAdonisr\u00f6schen <\/em>\r\n\r\n<strong>Hahnenfuss<\/strong>\r\nEine \u00fcberall vorkommende, vor allem in feuchten Wiesen wachsende gelb bl\u00fchende Pflanze, die ab 30 % Volumenanteil im Heu ihre krankmachende Wirkung entfaltet. Die Symptome sind Unruhe bis hin zum Toben, Schluckbeschwerden, Kolik und blutiger Harn.\r\n\r\n<em><img class=\"alignnone size-full wp-image-3233\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Hahnenfu\u00df.png\" alt=\"\" width=\"243\" height=\"358\" \/>\r\nHahnenfu\u00df <\/em>\r\n\r\n<strong>Mutterkornpilz<\/strong>\r\nw\u00e4chst bei nassem Wetter auf Getreide. Die Pilzgifte k\u00f6nnen zu epilepsieartigen Anf\u00e4llen f\u00fchren. Au\u00dferdem \u00e4u\u00dfert sich die Vergiftung im Anfang durch einen unsicheren Gang, durch zeitweilige Kr\u00e4mpfe und im Anschluss durch eine L\u00e4hmung der Hinterhand. Geringgradige Vergiftungsanzeichen sind Lahmheiten, Atemprobleme, Speicheln und Durchfall.\r\n\r\n<strong>Tollkirsche<\/strong>\r\nDie schwarze Tollkirsche ist eine Staude, deren Samen, Bl\u00fcten und Bl\u00e4tter auch im getrockneten Zustand stark giftig sind. 180 Gramm k\u00f6nnen zu Herzrasen, erh\u00f6hter Atemfrequenz, Tobsucht, weiter Pupille bis hin zu Tod durch Ateml\u00e4hmung f\u00fchren.\r\n\r\n<strong>Goldregen<\/strong>\r\nEin Zierstrauch, dessen Wurzeln, Samen und Bl\u00e4tter schon ab 250 Gramm innerhalb von 2 -3 Stunden zum Tod f\u00fchren.\r\n\r\n<strong>Adlerfarn<\/strong>\r\nist eine Waldpflanze. Adlerfarn im Heu in einer Menge von 2 \u2013 3 Kilogramm kann zu einem schleichenden Tod nach 30 \u2013 60 Tagen f\u00fchren. W\u00e4hrend dieser Zeit zeigen die Pferde einen taumelnden Gang, Koordinationsst\u00f6rungen, einen aufgew\u00f6lbten R\u00fccken, Muskelzittern bis hin zu Kr\u00e4mpfen. Mit Vitamin B kann man bei dieser Erkrankung effektiv helfen.\r\n\r\n<strong>Herbstzeitlose<\/strong>\r\nw\u00e4chst als Wiesenpflanze \u00fcberall. Die Pflanze bl\u00fcht sp\u00e4t mit einer blauen Bl\u00fcte und ist auch im Heu in getrocknetem Zustand giftig. 1 -2 Kilogramm f\u00fchren beim Pferd zu Benommenheit, Nachhandl\u00e4hme, Kolik, blutigem Harn und in der Endphase zur Ateml\u00e4hmung.\r\n\r\n<strong>Wei\u00dfe Robinie<\/strong>\r\nEin Zier- und Alleebaum, dessen Rinde besonders giftig ist. Nur 150 Gramm f\u00fchren zu Kolik, Ataxie, Schw\u00e4che, Hinterhandl\u00e4hmung und Hufrehe.\r\n\r\n<strong>Buchsbaum<\/strong>\r\nEin Zierstrauch, dessen Bl\u00e4tter ab einer Menge von 750 Gramm zum Tod f\u00fchren. Ein krampfartigen Anf\u00e4llen kommt es zu kompletten L\u00e4hmungen und Tod durch Ateml\u00e4hmung.\r\n\r\n<strong>Lupinen<\/strong>\r\nsind nicht hochgiftig. Sie f\u00fchren auch in getrocknetem Zustand zu Zittern, Inkoordinationen, blauen Schleimh\u00e4uten, Atembeschwerden und bei gro\u00dfer Menge an Pflanzenteilen zu Tod durch Ateml\u00e4hmung. Bei regelm\u00e4\u00dfiger Aufnahme kann eine besondere Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht entstehen.\r\n\r\n<em><img class=\"alignnone wp-image-3236\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Lupine.png\" alt=\"\" width=\"475\" height=\"323\" \/>\r\nLupine <\/em>\r\n\r\n<strong>Schierling<\/strong>\r\nDer an Wasserl\u00e4ufen wachsende Strauch hat eine besonders giftige Wurzel. Von der frischen Pflanze sind erst 3 -5 Kilogramm wirklich krankmachend. Auch hier ist Speicheln, Muskelzittern, Atembeschwerden, Kolik und Harndrang Zeichen f\u00fcr eine bestehende Vergiftung.\r\n\r\n<strong>Kleearten<\/strong>\r\nVerschieden Kleearten zeigen in gro\u00dfer Menge Nebenwirkungen wie Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen, Hufrehe und Gleichgewichtsprobleme.\r\n\r\n<em><img class=\"alignnone size-full wp-image-3234\" src=\"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klee.png\" alt=\"\" width=\"421\" height=\"283\" \/>\r\nKlee <\/em>\r\n\r\n<strong>Luzerne<\/strong>\r\nDie in Luzerne gespeicherten Phyt\u00f6strogene sind Pflanzenhormone, die die Fruchtbarkeit eines Pferdes deutlich beeinflussen k\u00f6nnen. Eierstockszysten und v\u00f6lliges Ausbleiben der Rosse sind bekannte Wirkungen dieser Pflanzenstoffe.\r\n\r\n<strong>Steinklee<\/strong>\r\nSpeziell diese Kleesorte wirkt im Heu bei Schimmelpilzbefall mit einer Senkung der Blutgerinnung. Blutarmut, Blutungsneigungen, hechelnde Atmung und Herzrasen sind typische Begleitsymptome. Hilfe kann durch eine hohe Gabe von Vitamin K 1 geleistet werden.\r\n\r\n<strong>Eibe<\/strong>\r\nDie Eibe ist ein Zierstrauch, der auch als Baum wachsen kann. Nadeln und Zweige sind giftig. Nur 100 Gramm der Nadeln k\u00f6nnen innerhalb einer Stunde zum Tod f\u00fchren. Der Tod tritt durch Ateml\u00e4hmung oder Herzversagen ein.\r\n\r\nDiese Liste der f\u00fcr das Pferd giftigen Pflanzen ist nicht vollst\u00e4ndig. Die verschiedenen Symptome und die Vielzahl der Pflanzen, die giftige Wirkungen haben, zeigen, dass sich jeder Pferdehalter mit dem Thema Giftpflanzen besch\u00e4ftige sollte. Nichtwissen hat schon oft zu einer leicht zu vermeidenden Katastrophe gef\u00fchrt.","type":"rich","thumbnail_url":"https:\/\/pferdegesundheitsakademie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Oleander-150x150.png","thumbnail_width":150,"thumbnail_height":150}